Zürcher Vergewaltiger erhält keinen Urlaub

Das Bundesgericht spricht sich gegen begleitete Ausflüge für einen Sexualstraftäter ab. Er sei rückfallgefährdet.

Auch das Bundesgericht wie schon zuvor die Zürcher Justizdirektion lehnen begleitete Ausflüge für den Vergewaltiger ab.

Auch das Bundesgericht wie schon zuvor die Zürcher Justizdirektion lehnen begleitete Ausflüge für den Vergewaltiger ab. Bild: Keystone

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Der Mann war im Jahr 2001 wegen Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung, mehrfacher sexueller Nötigung, Raub und Körperverletzung verurteilt worden. Er erhielt neun Jahre Zuchthaus, wie die Freiheitsstrafe damals noch hiess, und wurde anschliessend verwahrt.

Im Mai 2018 stellte der heute 52-jährige Häftling ein Gesuch um begleitete Ausgänge. Die Zürcher Justizdirektion und danach auch das Verwaltungsgericht wiesen seinen Antrag jedoch ab. Beide kamen zum Schluss, er sei rückfallgefährdet.

Dieser Argumentation folgte nun auch das Bundesgericht. Begleitete Ausflüge würden angesichts seiner Taten nicht gestattet. Er habe eine Vielzahl von Delikten begangen, teilweise völlig spontan, mit erheblicher Gewaltbereitschaft und ohne Empathie für die Opfer. Das Risiko für die Öffentlichkeit sei zu gross. Statt Urlaub erhält der Häftling nun eine Rechnung über 1200 Franken für die Gerichtskosten.

Seit über zwanzig Jahren im Gefängnis

Laut seiner Anwältin wurde die Verweigerung des begleiteten Urlaubes mit Flucht- und Wiederholungsgefahr begründet. Sie ist enttäuscht, dass ihrem Mandanten, der seit über zwanzig Jahren im Gefängnis sitzt, bis jetzt noch keine Haftlockerung zugestanden wurde. Dies sei für den 52-Jährigen zermürbend. Sie wird das Thema begleiteter Hafturlaub bei nächsten jährlichen Überprüfung der Verwahrung wieder aufs Tapet bringen. Der Mann sitzt in der Strafanstalt Bostadel im Kanton Zug. (hoh/SDA)

Erstellt: 25.06.2019, 12:15 Uhr

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