Zürich verstärkt den Kampf gegen Wirtschaftskriminelle

Der Kanton schafft bei der Staatsanwaltschaft gleich zehn neue Stellen.

Mittelschwere Wirtschaftsdelikte sollen innerhalb von 20 Monaten vor Gericht kommen. (Archivbild: TA/Urs Jaudas)

Mittelschwere Wirtschaftsdelikte sollen innerhalb von 20 Monaten vor Gericht kommen. (Archivbild: TA/Urs Jaudas)

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Die sechs zusätzlichen Staatsanwälte und die vier Verwaltungsassistenten werden vor allem mittelschwere Wirtschaftsdelikte bearbeiten, die aber dennoch Spezialwissen voraussetzen, Fälle von sogenannter «Para-Wirtschaftskriminalität» (Para-WK). Zum Beispiel: Anlagebetrugsfälle oder Konkursmissbrauch von Gesellschaften.

Der Regierungsrat begründet diesen Entscheid im heute Dienstag veröffentlichten Beschluss damit, dass die fachkompetente und zeitgerechte Bearbeitung der Verfahren der Para-Wirtschaftskriminalität für die Erhaltung des guten Rufs des Finanzplatzes Zürich ebenso wichtig sei wie die Bekämpfung der besonders komplexen Wirtschaftskriminalität. Künftig will die Regierung, dass es in der Regel innerhalb von 20 Monaten von der Anzeige bis zur Anklageerhebung oder zum Strafbefehl oder zur Einstellung des Verfahrens kommt.

Wirtschaftslage beflügelt Kriminelle

Die sechs geplanten Stellen werden den allgemeinen Staatsanwaltschaften angegliedert. Diese Staatsanwälte haben keine Pikettdienste und sind nicht ins Tagesgeschäft eingebunden, sondern können sich ganz der Para-Wirtschaftskriminalität widmen. Laut Peter Pellegrini, Leiter Staatsanwaltschaft III, waren schon jetzt mittelschwere Wirtschaftsdelikte von den allgemeinen Staatsanwaltschaften bearbeitet worden. Weil viele der Fälle aber derart aufwendig sind, dass sie nicht im Nebenamt bearbeitet werden können und oft das Know-how fehlte, sollen sich in Zukunft sogenannte Para-WK-Staatsanwälte damit befassen. Schwere Fälle von Wirtschaftskriminalität werden weiterhin von den Spezialisten der Staatsanwaltschaft III bearbeitet, wo es im eigentlichen WK-Bereich insgesamt 18 Vollzeitstellen gibt.

Wirtschaftsdelikte haben im vergangenen Jahr massiv zugenommen. Der Pendenzenberg bei der Staatsanwaltschaft III stieg gemäss Pellegrini zwischen Herbst 2017 und Herbst 2018 um ein Viertel. Er vermutet, dass die gute Wirtschaftslage für die Zunahme verantwortlich ist. Anlagekapital ist derzeit günstig verfügbar, was Betrüger auf den Plan ruft, gleichzeitig herrscht derzeit Anlagenotstand aufgrund der gegenwärtigen Zins- und Börsensituation, was Anleger zu risikoreichen Investitionen motiviert. Hinzu komme die personell ausgebaute Geldwäschereibekämpfung, was zu einer steigenden Anzahl von Geldwäschereimeldungen führe.

Erstellt: 08.01.2019, 17:58 Uhr

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