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Verteidiger zweifeln an Beweisen gegen Täter

Die vier Beschuldigten im Tötungsdelikt von Wädenswil seien freizusprechen.

Von Daniela Haag Horgen/Wädenswil &endash Für den Hauptbeschuldigten im Tötungsfall an der Wädenswiler Holzmoosrütistrasse hatte der Staatsanwalt am Donnerstag eine Freiheitsstrafe von elf Jahren beantragt. Dies wegen vorsätzlicher Tötung und Angriffs. Sein Verteidiger forderte gestern vor dem Bezirksgericht Horgen einen Freispruch. Verurteile das Gericht ihn doch wegen vorsätzlicher Tötung, sei er zu einer Freiheitsstrafe von höchstens fünfeinhalb Jahren zu verurteilen. Der Rechtsanwalt führte in seinem Plädoyer aus, der 26-Jährige habe in Notwehr gehandelt. Er habe sich angemessen gewehrt. Bei der Auseinandersetzung mit dem späteren Todesopfer habe er eine Hirnerschütterung erlitten und sei am Bein schwer verletzt worden. Als sein Kontrahent nicht von ihm abgelassen habe, habe er diesen mit letzter Kraft mit beiden Händen von sich stossen wollen. Dabei sei der tödliche Messerstich passiert. Sein Mandant habe «nie und nimmer geplant, den anderen zu töten», sagte der Verteidiger. Das Messer habe er nur aus der Hosentasche geholt, um I. auf Distanz zu halten. Vorwürfe seien nicht bewiesen Die Staatsanwaltschaft könne den vier Beschuldigten die Vorwürfe gar nicht beweisen, sagten ihre Verteidiger. Es bestünden «erhebliche, wenn nicht gerade unüberwindliche Zweifel» an der Beweislage, sagte ein Verteidiger. Ein anderer sprach von einer schlechten, unseriösen Arbeit der Staatsanwaltschaft. Nur schon aus Mangel an Beweisen seien die Beschuldigten freizusprechen. Die Verteidiger zogen zudem die Glaubwürdigkeit des Überlebenden der I.-Brüder in Zweifel. Auf die Aussage dieses «Kronzeugen» stütze sich die Staatsanwaltschaft ab. Als Kronzeuge sei er unbrauchbar und habe widersprüchliche sowie lebensfremde Aussagen gemacht. Es fehlte das Motiv Schliesslich habe den Beschuldigten ein Motiv für den Angriff beziehungsweise die Tötung gefehlt, sagten die Rechtsanwälte. Sie hätten die beiden I.-Brüder nicht gekannt. Vielmehr habe die Vierergruppe Zivilcourage gezeigt, als sie ihrem Bekannten helfen wollten, weil er von den beiden I.-Brüdern offensichtlich fast zu Tode gefoltert worden sei. Der Staatsanwalt entgegnete, dass zwei der Beschuldigten den Messerstich gesehen haben müssen, «das blendet die Verteidigung aus». Auch seien DNA-Spuren auf den Armierungseisen gefunden worden, mit welchen den I.-Brüdern auf den Kopf geschlagen wurde. DNA-Spuren seien Beweise, hielt er fest. Beim Tötungsdelikt vom 15. Februar 2010 an der Holzmoosrütistrasse in Wädenswil starb ein 27-jähriger Mann. Er verblutete an einem Messerstich mitten ins Herz. Nächsten Dienstag wird das Bezirksgericht Horgen das Urteil eröffnen. Nebst dem mutmasslichen Haupttäter sind drei Personen mitbeschuldigt. Für diese fordert der Staatsanwalt Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren.

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