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Vielfältige Werkschau eines weltläufigen Zürcher Meisters

Die Mittwochgesellschaft ehrt den Maler Paul Rüegg mit einer Gedenkausstellung im Ortsmuseum Meilen.

Von Linus Schöpfer Meilen – Als der Maler Paul Rüegg im Jahr 2000 verstarb, hinterliess er ein äusserst vielfältiges, nur schwer überblickbares Œuvre. Kaum eine Maltechnik, die der experimentierfreudige Meilemer nicht ausprobiert hätte – Hunderte von Landschafts- und Reisebildern, Stillleben und Aktzeichnungen entstanden so während seines 90-jährigen Lebens. Der bekennende Autodidakt legte dabei einen langen künstlerischen Bildungsweg zurück, der sich von akkurat-figurativen Zeichnungen in den 1940er-Jahren bis zu abstrakten Malereien in den 1990ern erstreckte. Die Mittwochgesellschaft veröffentlicht Rüeggs Schaffen nun in einer repräsentativen, von Margrith Berghoff kuratierten Gedenkausstellung im Ortsmuseum Meilen. Morgen Donnerstag findet um 18 Uhr die Vernissage statt, hernach bleibt die Ausstellung bis zum 19. Dezember geöffnet. Rüegg-Bilder zu kaufen Die Besucher sollen die Möglichkeit haben, Rüegg-Bilder zu kaufen. Die Preise liegen dabei zwischen 100 Franken für eine Bleistiftzeichnung und 2000 Franken für ein Ölbild. «Die Ausstellung soll aber nicht primär eine Verkaufsausstellung, sondern eine Hommage an Rüegg sein», hält der Präsident der Mittwochgesellschaft, Rudolf Schwarzenbach, fest. Bereits heute sind Rüeggs Bilder überaus beliebt, in Meilen hängen sie im Gemeindehaus ebenso wie im Altersheim oder in Privathaushalten. Paul Rüegg lebte von 1943 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 in Meilen. Der Künstler setzte sich intensiv mit der Region auseinander. «Landschaften regen mich in hohem Masse an, nicht nur auf Reisen, sondern auch in meiner näheren Umgebung auf den Höhen über dem Zürichsee», schreibt Rüegg in einem Ausstellungskatalog. Japanische Wurzeln Geboren wurde Paul Rüegg 1910 jedoch weit weg vom Zürichsee im japanischen Yokohama. Sein Vater war ein Zürcher Textilkaufmann, seine Mutter Französin. Das verheerende Erdbeben von 1923 vertrieb die Familie aus Japan, über China gelangten die Rüeggs zurück in die Schweiz. In den 1930er-Jahren erlernte Rüegg seinen Brotberuf; bis zu seiner Pensionierung 1975 arbeitete er Vollzeit als Anlageberater, um die fünfköpfige Familie durchzubringen. «Die Arbeit setzte dem sensiblen Mann stark zu», erzählt Kuratorin Margrit Berghoff, die Rüegg persönlich gut gekannt hat. Als Ausgleich zog es Rüegg in die Berge. Er sei ein geradezu fanatischer Bergsteiger gewesen, erinnert Berghoff. Die im Ortsmuseum ausgestellten Fotografien zeigen Rüegg denn auch als einen sehnigen, charismatischen Mann. Das Malen blieb allerdings jederzeit Paul Rüeggs grösste Leidenschaft. Erst nach seiner Pensionierung entfaltete sich sein Künstlertum zur vollen Blüte. Es folgten zahlreiche Präsentationen, unter anderem an den renommierten Züri-Land-Ausstellungen. 1999, kurz vor seinem Tod also, wurde Rüegg von der Mittwochgesellschaft mit dem Kulturpreis ausgezeichnet, und der Maler vermachte der Gesellschaft seinen gesamten künstlerischen Nachlass. Bereits zu jenem Zeitpunkt stellte die Mittwochgesellschaft Meilen in Aussicht, später einmal eine grosse Rüegg-Ausstellung zu veranstalten. Kuratorin Margrith Berghoff posiert vor Rüegg-Bildern. Foto: Daniel Kellenberger

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