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Vogt steht für eine neue SVP

Die SVP hat sich für einen leisen, intellektuellen, jungen und unbekannten Kandidaten entschieden. Diese Wahl sagt einiges aus über die SVP 2015.

Es gibt zwei mögliche Argumente, warum sich die Zürcher SVP bei der national medienwirksamsten Wahl des Jahres für den unbekannten, fast scheuen, aber blitzgescheiten Wirtschaftsrechtsprofessor entschieden hat und nicht für eines ihrer polternden alten Schlachtrösser: Entweder wollte keiner der grossen Namen in der Partei – Rutz, Mörgeli, Egloff, Heer, Fuhrer oder Rickli – im Herbst verlieren. Oder, was viel eher zutrifft: Die SVP – zumindest die sehr eigenständige Findungskommission – wollte ganz bewusst auf personeller Ebene sanft eine neue Richtung in die Partei bringen, einen neuen Groove.

Das Schnöden gegen Professoren, Intellektuelle und Staatsangestellte hat in der SVP bis jetzt zum guten Ton gehört, vor allem auch durch Blocher selbst. Christoph Mörgeli war die knapp geduldete und einzige Ausnahme. Und jetzt wird einer, den bisher höchstens ein paar Jusstudenten kannten, einer der selber noch nie einen Bleistift verkaufen musste, zum Ständeratskandidaten. Das ist bemerkenswert. Auch weil die Wahl von Vogt ein Bekenntnis gegen die Schiblis, Fehrs und Bortoluzzis in der Partei ist. Vogt wird dank des Ständeratswahlkampfes ziemlich sicher zumindest Nationalrat und einen der Alten verdrängen.

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