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Volk soll weniger Energie brauchen

Grüne Politiker streben in Kloten die 2000-Watt-Gesellschaft an. Das Begehren muss vom Volk abgesegnet werden.

Kloten - Heute verbraucht jeder Einwohner der Stadt Kloten durchschnittlich 6000 Wattstunden pro Jahr und produziert einen CO2-Ausstoss von knapp 6 Tonnen. Sechs Personen, alle Mitglieder der Grünen Partei Kloten, möchten das ändern.

Die Volksinitiative «Umweltschutz konkret», die zurzeit vom Stadtrat geprüft wird, will den Verbrauch von nicht erneuerbaren Energien wie Rohöl oder Atomenergie stark reduzieren. «Es ist ein ambitioniertes Ziel, aber durchaus zu erreichen», sagt Stadtrat und Mitglied des Initiativkomitees Mathias Christen. In der Tat: Ziel der Initianten ist es, den Energieverbrauch bis ins Jahr 2050 von 6000 Wattstunden auf 2000 Wattstunden und den CO2-Ausstoss von 6 Tonnen auf 1 Tonne zu reduzieren.

Ein Ja der Stimmbürger zur Initiative hätte eine Änderung der Gemeindeordnung zur Folge. Zudem wäre die Stadt verpflichtet, für Massnahmen und Rahmenbedingungen zu sorgen, um das Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen. Christen hofft, noch im Februar mit der Unterschriftensammlung starten zu können. Nötig für die kommunale Initiative sind 300 Unterschriften. Zur Abstimmung kommt die Initiative Ende 2010 oder Anfang 2011.

Stromfressende Geräte

Christen fordert die Bevölkerung auf, sich Gedanken zu machen, wie viel Energie im eigenen Haushalt verbraucht wird und wo Einsparungen möglich wären. Er ist überzeugt, dass der eine oder andere stromfressende Haushaltgeräte benutzt. Diese sollten dringend durch energiesparende ersetzt werden, so Christen. «Wir müssen mit unseren Ressourcen sparsam und sinnvoll umgehen.»

Als Mitglied des Stadtrates kann er die Arbeit der Stadt Kloten in Sachen nachhaltiges Bauen und energiesparende Sanierungen nur loben. Aus diesem Grund habe die Stadt Anfang Jahr auch die Auszeichnung zur «Energiestadt» bekommen. Für das Erlangen des Zertifikats müssen gemäss einem Massnahmenkatalog 50 Prozentpunkte erzielt werden, Kloten erreichte 57 Prozentpunkte. «Wir sind also auf dem besten Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft. Und dadurch können wir alle nur gewinnen», sagt Mathias Christen.

Einsparungen sind möglich

Gewonnen hat bereits die Stadt Zürich. Mit grosser Mehrheit haben die Zürcher im November 2008 die Initiative «2000-Watt-Gesellschaft» angenommen. Gemäss Sonja Mani vom Gesundheits- und Umweltdepartement der Stadt Zürich sei die Stadt in ihrer Energiepolitik von der Bevölkerung bestätigt worden.

Die 2000-Watt-Gesellschaft ist ein energiepolitisches Modell, das von einer Forschungsgruppe der ETH entwickelt worden ist. Die Forscher sind überzeugt, dass die Bevölkerung mit einem Drittel der heute verbrauchten Energie auskommen könnte. Laut dem Bundesamt für Statistik stammen heute knapp 70 Prozent aus fossilen Brennstoffen, 14 Prozent aus Wasserkraft, 9 Prozent aus AKW und weitere 9 Prozent aus anderen Quellen.

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