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Vom Kiesplatz zur Feng-Shui-Halle

Wie der Däniker Kenny Eichenberger vom kleinen Autoverkäufer beim Bahnhof Buchs zu einem der grössten Mercedes-Benz- und Smart-Vertreter in der Deutschschweiz wurde.

Sarah Sidler
Der Däniker Unternehmer Kenny Eichenberger bietet seinen Kunden in seinem Autocenter in Wettingen Smart und Mercedes-Benz an.
Der Däniker Unternehmer Kenny Eichenberger bietet seinen Kunden in seinem Autocenter in Wettingen Smart und Mercedes-Benz an.
Christoph Kaminski

Dänikon - «Meine grosse Vision war es, einmal eine Mercedes-Benz-Vertretung zu führen», sagt Kenny Eichenberger. Diese Marke ist in seinen Augen schon immer die beste gewesen. Sagt er und begutachtet mit leuchtenden Augen die neusten Modelle im unteren Stockwerk. Mittlerweile ist der Däniker Inhaber von Kennys Autocenter in Wettingen eine der grössten Mercedes-Benz- und Smart-Verkaufsstellen in der Deutschschweiz.

Den grössten Teil der 26 Millionen Franken Baukosten für das Gelände in Wettingen mit Verkaufsraum, Tankstelle, Waschstrasse und Shop wurde in die Werkstatt investiert: «Die modernste in ganz Europa», sagt Eichenberger stolz. Doch auch der Verkaufsraum kann sich sehen lassen: In der Mitte plätschert ein Brunnen, der von eigenem Quellwasser gespeist wird. Rundherum stehen Sitzbänke. Daneben eine Bar, an der das berühmte Käfeli aus der Radiowerbung serviert wird. «Ein extra magenschonender Kaffee», verarbeitet von einer italienischen Kaffeemaschine. Alles ist nach der Feng-Shui-Lehre eingerichtet. Das ist Bestandteil des Erfolgsrezepts von Eichenberger. «Für mich sind Ehre, Anstand, Ethik, Respekt, Tradition und Qualität nicht bloss Worte», sagt Eichenberger. Er lebe und arbeite danach. Zudem plane er langfristig, auf fünf Jahre hinaus. Darauf führt er auch zurück, dass viele seiner Mitarbeiter seit Jahrzehnten bei ihm arbeiten. «Wir sind wie eine grosse Familie.»

Von Hayek auserwählt

Seit er mit Kennys Autocenter aus Platzgründen 2001 von Dällikon nach Wettingen gezogen ist, ist die Zahl seiner Mitarbeiter dort von 27 auf 80 gestiegen. Die Zahl der Kunden von 2800 auf über 11 000. «55 Prozent meiner Kunden in Wettingen stammen aus dem Kanton Zürich, 45 Prozent aus dem Aargau», sagt Eichenberger. Er schätzt den Wirtschaftsraum zwischen Zürich und Baden. Gerade kürzlich hat er das angrenzende Land gekauft und sein Occasionsangebot erweitert. Den jährlichen Umsatz beziffert er auf 40 Millionen Franken.

Doch in Wettingen liegt bloss die Zentrale des gelernten Mechanikers, der operativ nicht mehr viel im Geschäft tätig ist. Denn längst ist Eichenbergers Besitz über Kennys Autocenter hinausgewachsen. In den 90er-Jahren kaufte er diverse Grundstücke und liess darauf Einkaufscenter, Waschstrassen, Tankstellen und Shops erstellen. Darunter den Rägimarkt und die benachbarte Tankstelle in Regensdorf sowie den Wagimarkt in Schlieren, den er mit dem Watter Architekten Werner Ess realisiert hat. Auch in Berlin hat er mit seinem Freund Alfred Weber ein Dienstleistungscenter aufgezogen. 1990 verkauften sie in der Nähe des Alexanderplatzes 3000 aus der Schweiz exportiere Occasionsfahrzeuge.

1996 war einer der Meilensteine in der Erfolgsgeschichte des Dänikers: Er wurde gemeinsam mit dem Walliseller Thomas Baggenstoss von Nicolas Hayek und Mercedes ausgewählt, um den damals revolutionären Smart in der Schweiz zu vertreten. «Alle wollten Smart. Doch Hayek wählte uns, weil wir das Business leben», ist der Selfmade-Mann überzeugt. Heute ist Eichenberger In- oder Teilhaber von sechs Smart-Verkaufscentern in der Deutschschweiz. Auch der Smart-Turm in Wallisellen gehört dazu. Der 55-jährige beschäftigt derzeit über 200 Mitarbeiter.

Ersten Mercedes mit 27 verkauft

Dabei hat alles so einfach begonnen: Im Alter von 22 Jahren hatte Eichenberger mit seinen gesparten 20 000 Franken auf einem Kiesplatz neben dem Bahnhof Buchs Neuwagen aus Frankreich importiert und verkauft. «Das Geld haben meine Frau Monika und ich gespart, indem wir im Keller meines Elternhauses für wenig Miete lebten», sagt er. In diesem Haus am Waldrand von Dänikon wurden seine Kinder Carla und Marc gross. Eichenberger und seine Frau leben noch heute dort. 1980 hat er an der Buchserstrasse die Hälfte der Firma Folie gemietet und dort seine Werkstatt betrieben. Bereits 1984 konnte er die Eröffnung seines Autocenters in Dällikon feiern. Dort verkaufte er 1986 den ersten Mercedes-Benz. «Das war ein grosser Moment in meinem Leben.» Der Rest der Erfolgsstory ist bekannt.

Obwohl der Däniker Ferien mit seiner Frau auf Ibiza geniesst, auf Golfreisen geht und mit seiner Familie nach Übersee verreist, ist er im Unterland präsent: Er beteiligte sich politisch am Dorfleben und war während acht Jahren Mitglied der Rechnungsprüfungskommission in Dänikon.

Erst kürzlich hat er sich für die Verwirklichung des Aussichtsturms auf dem Altberg eingesetzt: Weil die Spenden nicht mehr geflossen sind, konnte er seine Freunde dafür gewinnen, die benötigten 250 000 Franken zu spenden. Der Turm kann im nächsten Frühling gebaut werden. «Um gemeinsam auf dem Altberg eine schöne Zeit zu verbringen», sagt der Geschäftsmann. Auch geschäftlich gehts vorwärts: «Momentan bin ich an einem grossen Immobilienprojekt im Zürcher Unterland.»

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