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Von den Reiseveranstaltern können die Kunden wohl keine Kostenerstattungen erwarten

Immerhin zeigen sich die Airlines bislang kulant bei der Umbuchung von ausgefallenen Flügen.

Für etwa 80 Kunden von Falcontravel, die auf Skandinavien und die britischen Inseln spezialisierte Tochter von M-Travel Switzerland, wird sich der Aufenthalt in der Fremde verlängern. Umgekehrt hätten 120 Kunden ihre Reise wegen des unterbrochenen Flugverkehrs verschieben oder umbuchen müssen, sagte M-Travel-Sprecher Valentin Handschin. Haben letztere eine Annullationsversicherung abgeschlossen, trägt diese in der Regel die anfallenden Kosten. Ansonsten, so Handschin, müssten meist die Kunden für die Umbuchungs- und Verlängerungskosten aufkommen, weil es sich bei der Aschewolke über Europa «um höhere Gewalt handelt».

Ähnlich verfährt Kuoni. «Bei Kunden mit einem Package, also Linienflug mit Hotel und Transfer, übernehmen wir die Bedingungen der Airlines und Hotels», sagte Kuoni-Sprecher Peter Brun. Nach seinen Worten nehmen die meisten Airlines und Hotels Umbuchungen spesenfrei vor. Handschin teilt diese Einschätzung: «Jede Airline hat zwar ihre eigenen Regeln, die meisten zeigen sich aber bisher sehr kulant.» Die Swiss etwa hat sich bereit erklärt, die Flüge jener Passagiere, die gestern gestrichen worden sind, bis Ende Mai kostenlos umzubuchen.

Bei zusätzlichen Übernachtungen kommt es laut Brun darauf an, ob die Fluglinien diese Kosten decken, weil die «zusätzliche Hotelnacht ja wegen ihrer Flugannullationen verursacht wurde». Der Kuoni-Sprecher verweist dabei auf die neuen EU-Passagierrechte, laut denen die Airlines ihren gestrandeten Passagieren auch eine Unterkunft bereit-stellen müssen, wenn die Umstände dies erfordern.

Doch darauf sollten sich die Betroffenen besser nicht verlassen: Bei den gegenwärtigen Verhältnissen «können wir keine Hotelübernachtung mehr garantieren», erklärte Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel gegenüber Tages-Anzeiger.ch/Newsnetz Auch am Flughafen Kloten müssten Passagiere abgewiesen werden, weil in seiner Umgebung keine Hotelzimmer mehr verfügbar seien.

Rückversicherer kaum tangiert

Gleichzeitig sieht die Swiss die mit den Flugausfällen verbundenen Kosten auf sie zukommen. Die Fluglinien sind zwar gegen Schäden, nicht aber gegen ausgefallene Flüge versichert. Für die Swiss Re seien denn derzeit «nur sehr geringe Auswirkungen» aus dem lahmgelegten Flugverkehr absehbar, wie Konzernsprecherin Brigitte Meier sagte. Ähnlich äusserten sich gestern auch Konkurrenten wie die Münchener Rück oder die Hannover Rück.

Erheblich stärker tangiert ist der Basler Logistikkonzern Panalpina, für den Luxemburg laut Sprecher Martin Spohn eine «wichtige Drehscheibe» im Verkehr mit den USA und Mexiko ist. Je nach Kundenbedürfnis erwäge man auf diesen Routen ein Ausweichen auf den Seeweg, sonst gebe es keine Alternative zur Luftfracht. Mittlerweile hat Panalpina eine globale Task force eingesetzt, in die, so Spohn, Mitarbeitende von Afrika bis Russland und von Lateinamerika bis China einbezogen seien. Im Vordergrund stehe der Informationsaustausch über die Situation im Flugverkehr, so dass die Kunden stets auf dem Laufenden gehalten werden könnten.

Sonderschichten müssten an diesem Wochenende auch die Beschäftigten im hauseigenen Reisebüro von ABB leisten, sagte Konzernsprecher Wolfram Eberhard. Gestern seien dort über 300 Anrufe von betroffenen Mitarbeitenden eingegangen. Eine «grössere Reisegruppe» sitzt im indischen Mumbai fest.

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