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Vorwürfe gegen Globegarden: Jetzt reagiert Zürich

Die umstrittene Kitabetreiberin soll die Aufsichtsbehörden getäuscht haben. Die Stadt Zürich will die Tagesstätten nun durchleuchten.

Das Globegarden-Logo an der Fassade einer Filiale im Kreis 4. Foto: Christian Beutler/Keystone
Das Globegarden-Logo an der Fassade einer Filiale im Kreis 4. Foto: Christian Beutler/Keystone

Miese Arbeitsbedingungen und schlecht betreute Kinder: Kitabetreiberin Globegarden sah sich Ende vergangenen Jahres massiver Kritik ausgesetzt. Nun kommen weitere, schwerer wiegende Vorwürfe hinzu: Die Kitakette soll Dokumente gefälscht und die Krippenaufsicht getäuscht haben, wie die «Republik» unter Berufung auf ehemalige und aktuelle Angestellte von Globegarden schreibt.

Demnach seien Betreuungspersonen von der Geschäftsleitung dazu angehalten worden, von den Behörden eingeforderte Präsenzlisten zu manipulieren. Damit habe Globegarden verschleiert, dass der gesetzliche Betreuungsschlüssel nicht immer eingehalten worden sei. Die Kantone schreiben den Kitabetreibern mit diesem Instrument vor, wie viele Kinder pro Betreuungsperson zugelassen sind – in Zürich sind es sieben.

Schwerpunktprüfung der Stadt

Jetzt reagiert die Stadt Zürich, wo mehr als die Hälfte der insgesamt 54 Kindertagesstätten der Kette steht. «Die neuen Anschuldigungen bezüglich systematischer Fälschung von Belegungslisten sind schwerwiegend und betreffen wesentliche aufsichtsrechtliche Aspekte», sagt Heike Isselhorst, Mediensprecherin des Sozialdepartements, auf Anfrage des TA. Die Krippenaufsicht werde in den kommenden Monaten eine Schwerpunktprüfung der Globegarden-Einrichtungen in der Stadt Zürich vornehmen.

Der Fokus dieser Prüfung liege auf der Einhaltung des Betreuungsschlüssels und der richtlinienkonformen Personalplanung, sagt Isselhorst. Die Krippenaufsicht werde zu diesem Zweck entsprechende Unterlagen einfordern sowie verstärkt Globegarden-Kitas angemeldet und unangemeldet besuchen.

In Bezug auf die aktuellen Vorwürfe lägen dem Departement aber keine konkreten Belege für Ereignisse, Standorte und Beteiligte vor. Deshalb könne die Stadt die auf die Vergangenheit bezogenen Vorwürfe heute nicht mehr überprüfen.

Überbelegte Kitas?

Zum konkreten Vorgehen von Globegarden schreibt die «Republik» weiter, vor angekündigten Kontrollen seien Erzieherinnen in die Präsenzlisten eingetragen worden, die in den Ferien waren – oder anwesende Kinder ausgetragen. In manchen Fällen soll auch temporär Personal aufgeboten worden sein, etwa Schnupperlehrlinge.

Auch bei unangekündigten Kontrollen soll Globegarden gemogelt haben. So soll von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verlangt worden sein, dass sie Ausreden erfinden, falls der Betreuungsschlüssel an einem Tag nicht aufgeht. Die Listen der Wochen zuvor, die der Aufsicht später zugeschickt werden, seien zum Teil verändert worden – oder dies sei von den Kita-Leitungen verlangt worden.

Dokumente sollen zudem beweisen, dass mehrere Globegarden-Kitas in den vergangenen beiden Jahren mehrere Monate überbelegt waren, also mehr Kinder aufgenommen wurden als erlaubt. In einem Fall in Zug sollen deswegen bei einer Kontrolle gar Kinder im Keller versteckt worden sein.

«Ungerechtfertigt und unbelegt»

Globegarden wehrt sich auf Anfrage des TA und schreibt in einem Statement, man nehme die «wiederholten ungerechtfertigten und unbelegten Vorwürfe» zur Kenntnis. Die «aus anonymisierten Quellen gespiesenen und falschen Aussagen der ‹Republik›-Autoren» empfinde man als «rufschädigend und verletzend».

Trotzdem habe man die Berichterstattung zum Anlass genommen, um die eigenen Strukturen und Prozesse zu hinterfragen. Zudem habe man eine Anwaltskanzlei damit beauftragt, die Organisation zu beleuchten. Daraus soll eine unabhängige Expertise des Unternehmens entstehen. Mit den Behörden stehe man in Kontakt.

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