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Waffe entsorgt - damit es der Frau wohler ist

Hunderte folgten am Samstag dem Aufruf der Sicherheits- direktion und entsorgten in Hinwil ihre Waffen. Bei manch einem war die Rückgabe auch mit Wehmut verbunden.

Hinwil. - Vor dem Verkehrspolizeistützpunkt Betzholz in Hinwil erhofft sich ein Waffenhändler am Samstag das grosse Geschäft. Wenige Meter vom Ort entfernt, an dem die Polizei Waffen zur Vernichtung entgegennimmt, glaubt er, die Besitzer mit einem Schild doch noch von einem Verkauf zu überzeugen. Die Polizei zögert jedoch nicht lange und schickt den Mann, der überdies keine Bewilligung vorweisen kann, weg. Ohnehin hätte er wohl wenig Erfolg gehabt. «Es ist mir lieber, wenn die Waffe vernichtet wird», hält Emil Schmidli fest. So müsse er sich keine Sorgen machen, dass sein Langgewehr womöglich in falsche Hände gelange. Das Erbstück seines Grossvaters habe jahrelang auf dem Estrich gelegen, erklärt der Wetziker den Grund, weshalb er es nun sicher entsorge.

Die meisten sind erleichtert

Er ist an diesem Samstag nicht der Einzige, der dem Aufruf der kantonalen Sicherheitsdirektion folgt und seine Waffe der Kantonspolizei (Kapo) zur Vernichtung übergibt. Vor dem Tisch, an dem die Waffen entgegengenommen werden, stehen die Leute Schlange. Marcel Strebel, Leiter der Informationsabteilung der Kapo, ist überrascht vom grossen Interesse. «Unsere Erwartungen wurden übertroffen.» Die Aktion habe nicht zuletzt mit dem neuen Waffengesetz zu tun. Dieses ist seit letzten Dezember in Kraft und beinhaltet auch eine Nachmeldepflicht für gewisse Waffen. Der Grossteil derer, die ihre Waffe zurückbringen, tun dies allerdings nicht in erster Linie wegen des geänderten Gesetzes. Die meisten der Anwesenden wollen bloss ihre zu Hause gelagerte Armeewaffe loswerden.

Auch Bruno Röthlin sieht keine Verwendung mehr für sein Sturmgewehr, das er nach Ende seiner Dienstzeit von der Armee erhalten hatte. «Ich nahm danach noch an einigen Feldschiessen teil, nun steht es aber seit längerem in der Ecke», sagt er. Er habe schon länger vorgehabt, das Gewehr zu entsorgen. «Ich habe heute Morgen in der Zeitung von der Aktion gelesen und die Gelegenheit sogleich genutzt.» Damit sei es nun auch seiner Frau etwas wohler, ergänzt er. Die meisten, die sich an der Aktion beteiligen, sind erleichtert, einen lästigen Staubfänger loszuwerden. Anderen fällt der Abschied vom eigenen Gewehr nicht leicht. Leo Fäh hat neben zwei Karabinern aus dem Militär auch ein privat erworbenes Luftgewehr mitgebracht. Der Waldner war einst im Schützenverein aktiv, inzwischen hat er sich aber aus Altersgründen vom Schiessen zurückgezogen. Weil seine Söhne nicht dieselbe Begeisterung am Schiesssport haben wie er, gibt es für die Waffen keine Verwendung mehr. Bei der Rückgabe sei auch Wehmut dabei, gesteht er. «Es ist schade, dass die Jungen die Gewehre nicht mehr wollen.»

Interview mit Hans Hollenstein, Seite 15

Rund 300 Gewehre, 100 Pistolen, 150 Bajonette und 200 Kilo Munition - das die Bilanz der Aktion in Hinwil.

Viele der Karabiner lagerten als Staubfänger im Estrich.

Die Leute standen Schlange, um ihre Waffe zu entsorgen.

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