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Wald soll Deponie weichen

Zwischen Grüningen und Gossau plant der Kanton eine Deponie mitten in einem Wald. Die Gemeinden wollen sich wehren.

Blick in eine Deponie in Lufingen.
Blick in eine Deponie in Lufingen.
David Baer

Geplant ist die Deponie im Tägernauer Holz zwischen Grüningen und Gossau schon seit längerem – nun aber zeigt sich, dass diese nach den Plänen des Regierungsrats doppelt so gross werden soll als ursprünglich gedacht. Konkret: 10 Hektar – das entspricht etwa der Fläche von 14 Fussballfeldern. Rund 7000 Bäume müssen ihr weichen. Das meldet die NZZ heute. Künftig soll die Deponie Kehrichtschlacke aus dem ganzen Kanton aufnehmen.

Dass die Deponie genau dort, mitten in einem Naherholungsgebiet, errichtet werden soll, hat mehrere Gründe. Zum einen steht im nahen Hinwil auf dem Areal der Kehrichtverbrennungsanlage eine hochmoderne Anlage, welche wertvolle Metalle wie Gold, Silber, Kupfer und Aluminium aus der Schlacke rückgewinnen kann. Künftig werden dort die Verbrennungsrückstände aus dem ganzen Kanton aufbereitet. Was übrig bleibt, etwa 84 Prozent der Schlacke, muss deponiert werden.

Gemeinde will bis vor Bundesgericht

Allzu viele mögliche Standorte für eine solche Deponie gibt es nicht, und das ist ein weiterer Grund, weshalb diese im Tägernauer Holz geplant ist. Der Untergrund einer solchen Anlage muss undurchlässig sein, und es darf sich dort kein Grundwasservorkommen befinden. Zwar gibt es ein paar wenige Alternativstandorte, aber diese sind deutlich weiter von Hinwil entfernt und befinden sich im Kulturland. Der Kanton stellt sich deshalb auf den Standpunkt, dass der Schutz des Waldes in diesem Fall nicht absolut gelten dürfe. Andere Kantone sehen das ähnlich; die Deponie im Tägernauer Holz ist nicht die erste, die in einem Wald liegen würde.

Die betroffenen Gemeinden wollen diese Argumente nicht gelten lassen. Demnächst berät der Kantonsrat die geplante Vergrösserung der Deponie – und in dieser Debatte wird sich Jörg Kündig, der Gemeindepräsident von Gossau und FDP-Kantonsrat, gegen den Ausbau wehren. Wie die NZZ weiter schreibt, will die Grüninger Gemeindepräsidentin Susanna Jenny bei einem Ja des Kantonsrats den Rechtsweg beschreiten, notfalls bis vor Bundesgericht.

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