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Wann kommt im Winterdienst die ökologisch sinnvolle Alternative zum Streusalz?

Am Flughafen wird schon länger Solewasser versprüht - mit zahlreichen Vorteilen. Die Unterländer Gemeinden sind allerdings noch nicht so weit.

Unterland - Die Gemeinde Fällanden im Zürcher Oberland setzt in dieser Saison im Winterdienst neben Salz auch Solewasser - eine Art Salzwasser - ein. Sie hat zwei Fahrzeuge mit einem Aufwand von 58 000 Franken umgerüstet.

Das Versprühen von Solewasser hat vor allem zwei Vorteile: Es wirkt schneller und spart Kosten. Nach Angaben der Firma UTV AG im bernischen Uetendorf, welche die Geräte verkauft, kann mit Solewasser bis zu 75 Prozent Salz eingespart werden. Dazu könne man mit den Fahrzeugen wesentlich längere Einsatzstrecken fahren, was die Wirtschaftlichkeit im Winterdienst erhöhe. Durch den Mindereinsatz von Salz würden Pflanzen, Infrastruktur und Fahrzeuge geschont.

Die neue Technik werde von Gemeinwesen, aber auch von privaten Unternehmen eingesetzt, sagt Geschäftsführer Bernhard Bütikofer. Die Ausrüstung eines Traktors mit einem computergesteuerten 300-Liter-Tank koste rund 20 000 Franken. Dazu kommen 2000 bis 4000 Franken für die Aufbereitungsanlage. In 100 Liter Wasser werden 30 Kilogramm Salz aufgelöst.

Eine Blitzumfrage in zehn Unterländer Gemeinden zeigt, dass noch keine Solewasser einsetzt. In Bülach, Höri, Opfikon oder Rümlang war das bisher kein Thema. In Embrach sind die Fahrzeuge für den Winterdienst relativ neu und ein Ersatz kommt deshalb noch nicht in Frage. Oder es sind «keine Neuanschaffungen in diese Richtung geplant», wie in Regensdorf. Der dortige Leiter des Tiefbauamtes, Peter Widmer, hat sich aber das neue System angeschaut und findet es «nicht schlecht».

Sole-Technik am Flughafen

Noch einen Schritt weiter geht Hansjörg Roth, Leiter der Gemeindewerke Oberglatt. Ihm «imponiert» das System, und er glaubt, dass man damit tatsächlich auch Kosten sparen kann. Jedoch sei das Budget für 2010 schon gemacht. Roth weist darauf hin, dass der Flughafen schon lange mit Solewasser arbeitet. Auch Marcel Piron, Chef der Dielsdorfer Gemeindewerke glaubt, dass die neue Art von Winterdienst «früher oder später thematisiert werden muss».

Sehr kritisch äussert sich Roland Meier, Geschäftsführer der Firma MBS TKB AG, die in Neerach für den Winterdienst verantwortlich ist. Er findet, der Solewassereinsatz sei mit mehr Arbeitsaufwand verbunden, in der Einsatzbreite nicht flexibel genug und eher für Städte geeignet.

Tatsächlich ist die Sole-Technik etwa in Wien und Bern bereits etabliert.

Die Umfrage des «Tages-Anzeigers» ergibt auch, dass die Unterländer Gemeinden im Winterdienst fast ausschliesslich mit Salz arbeiten und Splitt oder Sand nur in Notfällen oder bei sehr tiefen Temperaturen einsetzen. Dies vor allem deshalb, weil der Splitt zusammengekehrt und gewaschen werden muss und die Rückstände als Sondermüll teuer zu entsorgen sind. (rrm) Icefighter: Traktor mit Tankaufsatz und Sprühbalken für Solewasser. Foto: zvg

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