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Wasser kochen im Bisonmagen

Das Indian-Land-Museum in Gossau widmet seine Sonderausstellung Häuptling Red Cloud. Anlass ist dessen 100. Todestag.

Gossau - Der Haarzopf sowie die Pfeife des Indianerhäuptlings Red Cloud - Rote Wolke - befinden sich in Gossau. Sie sind in der Spezialausstellung des Indianermuseums zu bestaunen. Auch diverse andere Gegenstände von Red Clouds Familie sind hier zum Teil erstmals öffentlich ausgestellt. So zum Beispiel ein Kriegsbanner aus dem Jahr 1870, das aus 44 Adlerfedern besteht. Oder ein Pfeilbogen, eine Kriegskeule sowie ein ledernes Stirnband. «Neben Sitting Bull war Red Cloud einer der berühmten Strategen der Indianer, die in den USA Geschichte geschrieben haben», sagt Museumsleiter Vincent Escriba. Der Gossauer führt das private Indian-Land-Museum seit 15 Jahren. Und bereits seit 25 Jahren sammelt er Indianerobjekte. Schon als Schüler war Escriba von der Welt der Indianer fasziniert. In den 80er-Jahren reiste er nach Amerika und setzte sich vor Ort ins Bild.

Blind und vergessen gestorben

Zurück von Nordamerika nach Gossau: Zahlreiche Schwarzweissfotografien geben einen Einblick in das Leben des Häuptlings und seiner Familie. Die Porträts sprechen Bände. Red Cloud einmal mit Federpracht und langem Haar, ein andermal mit kurzem Haar und euro-amerikanischer Kleidung. «Red Cloud schnitt sich etwa im Jahr 1881 die Haare ab und gab sich wie ein Euroamerikaner», sagt Vincent Escriba. Am Schluss seines Lebens sei er jedoch zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Die letzten Fotos zeigen einen vom Leben gezeichneten Häuptling mit weissem, langem Haar und Indianerkleidung. Die Kriege gegen die Weissen, aber auch die Friedensverhandlungen gingen nicht spurlos an ihm vorbei. Umgeben von seiner Familie, starb Red Cloud fast blind und vergessen am 10. Dezember 1909 im Alter von 87 Jahren.

Neben der Spezialausstellung, die dem grossen Kriegshäuptling gewidmet ist, sind im Indian-Land-Museum diverse andere Originalobjekte zu sehen. So beispielsweise ein Mädchenkleid und Mokassins aus Hirschleder, die mit Glasperlen verziert sind. Oder wunderschöner Schmuck aus Silber und Türkissen. Nachgestellte Szenen wie ein Wasserfall, ausgestopfte Tiere oder ein Indianerzelt mit Feuerstelle lassen einen zudem in die Welt der Indianer eintauchen. «Der Kochtopf besteht aus einem Bisonmagen», sagt Vincent Escriba. Darin wurde Wasser gekocht. Wer nach dem Besuch der Ausstellung noch etwas länger im Land des roten Volkes verweilen möchte, kann sich im Museumsshop mit entsprechender Literatur und Musik eindecken. Susanne Aebersold

Die Spezialausstellung ist bis Ende 2010 zu sehen. Indian-Land-Museum, Im Zentrum 1, Gossau. Öffnungszeiten: Mittwoch 13.30 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 13 bis 17 Uhr. Die Indianer sind sein Leben: Museumsleiter Vincent Escriba. Foto: Christoph Kaminski.

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