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Wege aus dem Jammertal

Kolumne Werner Schweizer Das ist eine Rarität: Das Eishockey-Playoff verschob in der Liga nichts an der Hierarchie aus der Qualifikation. Der Erste gewann das Finale gegen den Zweiten, der mittlere Viererblock der zwölf Mannschaften schied sang- und klanglos in den Viertelfinals aus. Ambri-Piotta als Letzter der Regular Season verlor den Playoutfinal gegen die Lakers und rettete seinen Platz gegen den B-Meister Visp. Es gibt kaum Anzeichen, dass sich die Konstellation im nächsten Herbst an der Spitze ändert. Meister HCD strebt das letzte grosse Ziel an – nach zehn Jahren wieder einen Titel bei einer geraden Jahreszahl. Danach wäre der Auszug in die KHL der nächste logische Schritt . . . Bei der Hälfte der Liga, für die es eine verlorene Saison war, sind die Konsequenzen gezogen worden. Die ZSC Lions wollen das Sommertraining nicht mehr im Strandbad stattfinden lassen. Und mit Bob Hartley haben sie den harten Mann an der Bande gefunden, der über der Wohlfühloase im Hallenstadion auch einmal ein Gewitter aufziehen lassen wird. In Oerlikon raunt man bereits, verglichen mit dem neuen Kanadier sei der berüchtigte Finne Raimo Summanen bei den Lakers am Obersee von lauter Milde gewesen.Servette-Genf plant aus Spargründen den vorläufigen Abbau von zwei Ausländerstellen. Nach den Darbietungen einer Vielzahl von Söldnern im letzten Jahr muss das keinen Leistungseinbruch zur Folge haben. Für die Genfer ist zurzeit das Payoff mit der Stadt um die Logenplätze in der alten Halle in der Verlängerung des siebten Aktes. Besonders gross war die Enttäuschung über die müden Auftritte der Mannschaft am Ende der Qualifikation in Freiburg. Abhilfe erhofft man sich von Christian Dubé, der vom SCB seinen Flügel Simon Gamache, seinen Trainer Hans Kossmann und vielleicht auch eine gewisse Trainingskultur mitbringt. Die Lakers sind im Prinzip nach einer völlig verhagelten Spielzeit beim vierten Nachfolger von Summanen angelangt. Nach der Wechselhektik der letzten Zeit gilt aber nun das Management nach Godot – warten auf alle und alles, den Trainer, drei Ausländer, den Sportchef, den Präsidenten, mehr Zuschauer, wieder etwas Hoffnung. Diese wird in der Leventina von Inti Pestoni verkörpert. Der Junior trägt auf seinen schmalen Schultern in naher Zukunft die Erwartungen Ambris.Wie jeden Frühling, wenn die Magnolien blühen, nimmt auch Lugano einen neuen Anlauf aus dem sportlichen Jammertal. Wie immer spielt es auch keine Rolle, wie teuer die Kehrtwende wird. Immerhin sind viele Eishockey-Ästheten dem Klub zu Dank verpflichtet, weil er Kimmo Rintanen ein letztes Halleluja unter Palmen ermöglicht, und gleichzeitig mit dem meisterlichen Jaroslav Bednar aus Davos den vielleicht besten und spektakulärsten Stürmer der ganzen Liga verpflichtete. Rintanen gewann mit den Flyers keinen Meistertitel, aber er zauberte mit seinem Stock zehn Jahre lang unvergessliche Aktionen aufs Eis. Er war der Mann für die schönsten Tore und die genialsten Pässe – manchmal wurde es auch einer zu viel. Rintanen spielte im besten Sinn für die Galerie, aber nie für sich allein. Sein Markenzeichen war, dass er keine Emotionen zeigte – bis nach dem letzten Finale in der Klotener Arena. Mit dem Tanz des Duos ist zumindest Unterhaltung garantiert. Und auch ein Platz im Playoff sollte dann für die Senioren-All-Stars in Lugano wieder möglich sein. Auch ein Platz im Playoff sollte dann für die Senioren-All-Stars in Lugano wieder möglich sein.

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