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Weil das Auto nicht ins Handgepäck passt

Die Sprenger Autobahnhof AG kümmert sich um Fahrzeuge, deren Halter mit dem Flugzeug verreisen. Das Geschäft besteht bereits seit 1958.

Unscheinbar sieht das Herzstück der Sprenger Autobahnhof AG am Flughafen Zürich aus. Auf der zweiten Etage des Parkhauses 3 steht ein kleines Häuschen. «Hier empfangen wir unsere Kunden», erklärt Urs Sprenger, Geschäftsleiter des Car-Parking-Unternehmens. Aus der ganzen Schweiz und den Nachbarländern reisen seine Klienten an. Das Konzept ist ganz einfach: «Wir stellen die Fahrzeuge für die Zeit, in der die Kunden sie nicht benötigen, auf unseren Parkplätzen ab.» Formular ausfüllen, Schlüssel abgeben, fertig. Wahlweise steht ein Abstellplatz unter freiem Himmel oder in einer der vier Tiefgaragen in Opfikon, Glattbrugg oder Kloten zur Verfügung. Insgesamt 800 Autos kann er so unterbringen.

Ein Aussenplatz kostet am ersten Tag 44 Franken, in der Tiefgarage 50 Franken. Jeder weitere Tag 16 respektive 20 Franken. Je länger man bleibt, desto billiger wirds: 24 Tage kosten 304, beziehungsweise 402 Franken. «Im Moment sind wir mit rund 600 Fahrzeugen gut ausgelastet», rechnet Sprenger vor. Die Sommerferien zählen in seiner Branche nicht zur Hauptsaison. Viele würden in dieser Zeit mit dem eigenen Auto irgendwo ans Mittelmeer fahren oder das schöne Wetter in der Schweiz geniessen. «Mehr zu tun gibt es im Herbst, wenn viele nochmals weiter weg wollen, um sich in die Sonne zu legen», erklärt er.

Autowäsche auf Wunsch

Am 17. November 1948 nahm der Flughafen seinen Betrieb auf. Damals stellten Swissair-Mitarbeiter ihre Fahrzeuge auf einer Wiese ab. «Bei lang anhaltendem Regen kamen die Autos nicht mehr aus dem nassen Boden», führt Sprenger aus. Bald wurden zwei Garagisten aus Kloten angefragt, ob sie einen Platz für die Autos hätten. So entstand nach und nach eine Zusammenarbeit mit dem Flughafen, die 1958 für die Familie Sprenger in der Gründung der Sprenger Autobahnhof AG gipfelte. Seit eineinhalb Jahren führt Sprenger die Firma alleine. Zuvor waren noch seine Mutter und sein Bruder am Geschäft beteiligt. «In den besten Jahren konnten wir bis zu 1500 Abstellplätze anbieten», sagt der gelernte Automechaniker. Heute ist Sprenger neben Airportparking.ch und dem Valet Parking von Europcar einer von drei Anbietern, die am Flughafen einen Parkservice betreiben.

Der Autobahnhof bietet aber noch mehr als nur das sogenannte Valet Parking. Auf Wunsch des Kunden waschen die Angestellten das Auto oder reinigen den Innenraum. Darüber hinaus kann man die Firma beauftragen, Reparaturen oder Services ausführen zu lassen.

Diebstähle und Vandalismus

Sprenger kann einige kuriose Geschichten erzählen. «Es gibt nichts, was ich nicht schon erlebt hätte», meint er. Sachbeschädigungen seien schon vorgekommen. «Die meisten Vandalenakte hatten wir Mitte der 80er-Jahre zu verzeichnen», so der Firmeninhaber. Vor drei Jahren hätten zudem Nachtschwärmer von unten den Tank eines Wagens angebohrt und das Benzin mit einem Becken aufgefangen. Was sie damit genau vorhatten, ist Sprenger bis heute ein Rätsel. Dass Angestellte mit einem Auto einen Unfall gebaut hätten, sei genauso vorgekommen wie Diebe, die Fahrzeuge gestohlen hätten. «Das Neigh­bourhood Watching auf den Aussenplätzen läuft aber sehr gut», so Sprenger. Wenn jemand in der Nacht um die parkierten Autos herumschleiche, würde das schnell bemerkt. Eine Polizei-Patrouille sei immer rasch vor Ort.

Wie viele verschiedene Autos Sprenger schon gefahren hat, kann er nicht genau sagen. Dass darunter einige seltene Sportwagen und teure Luxuskarossen waren, verschweigt er nicht. Das teuerste Gefährt war ein Maybach – Kostenpunkt: rund eine Million Franken.

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