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Weisslinger Siedlung bald sicher vor Hochwasser

Die Siedlung Püngertli liegt mitten in einer Wanne. Sechs Jahre nach einem verheerenden Hochwasser soll nun ein Rückhaltebecken die Lage entschärfen.

Von Werner Frei Weisslingen – Man entschuldige sich «ohne Wenn und Aber», dass man den Terminplan zu optimistisch kommuniziert habe, schreibt Gemeindepräsident Martin Rüegg in einem Brief. Das Schreiben ging an sämtliche Grundeigentümer, die beim Bau der Wasser-Rückhalteanlage für die Weisslinger Siedlung Püngertli beteiligt sind. Nachdem am 9. Juni der Dienstbarkeitsvertrag unterschrieben wurde, sei der Weg für den Bau der Retentionsanlage Püngertli nun aber frei, sagt Rüegg. Der Spatenstich findet nach der Ernte im Spätsommer statt, noch im laufenden Jahr soll die Anlage fertig sein. Als Bauherrschaft zeichnet die Unterhaltsgenossenschaft Weisslingen verantwortlich. «Das sehr komplexe Geschäft und unvorhergesehene Ereignisse haben unseren Terminplan, den wir 2010 zu optimistisch kommunizierten, durcheinandergebracht», hält Rüegg fest. Die Entstehungsgeschichte der Retentionsanlage ist lang. Sie beginnt in der Nacht vom 21. zum 22. August 2005, als starke Regenfälle Teile der Siedlung metertief unter Wasser setzten. Bald war man sich einig, dass hier die falschen Bauten am falschen Ort entstanden sind: Die Mehrfamilienhäuser liegen in einer Wanne am Fusse eines Hügels. Gemeinde übernimmt Führung Daran war nichts mehr zu ändern. Man konzentrierte sich also auf die Frage, wie sich künftig Hochwasserschäden verhindern liessen. Die Lösung war nicht einfach zu finden, sind doch verschiedene Land- und Wohnraumeigentümer betroffen. Zudem drängte eine Bauherrschaft auf eine zweite Etappe der Siedlung Püngertli. Gleichzeitig drängte die Zeit, konnte doch immer wieder Hochwasser auftreten – und ob dann die Versicherungen erneut zahlen würden, schien zumindest fragwürdig. Schliesslich nahm die Gemeinde die Angelegenheit in die Hand. Als Lösung des Problems nannte sie ein Retentionsbecken, welches das Oberflächenwasser des Hanges aufnehmen sollte. Es war 2007, als ein Projekt über 288 000 Franken vorlag. 50 000 Franken wollte die Gemeinde beisteuern, den Rest die Immobilienbesitzer, Stockwerkeigentümer und Grundbesitzer. Bereits im Oktober 2009 aber musste die Bauherrschaft das geplante Gemeinschaftswerk mangels Konsens stoppen; die Bauherren mussten weitere Möglichkeiten ausloten und auf ihre Machbarkeit prüfen. Am 15. April 2010 stimmten endlich sämtliche beteiligten Grundeigentümer dem Bau der Retentionsanlage zu. Beschlossen wurden auch der Kostenverteiler und die Entschädigungszahlungen. Nachbar war dagegen Ende 2010 informierte der Gemeinderat, die Umsetzung des Projekts verzögere sich, doch im Januar 2011 würden die Vertragsverhandlungen abgeschlossen. Doch einmal mehr freuten sich jene zu früh, die auf einen raschen Baustart hofften: Im April musste der Gemeinderat einräumen, der Baubeginn für das Rückhaltebecken verzögere sich erneut, weil ein Nachbar seine Zustimmung verweigere. Auch für dieses Problem fand sich eine Lösung. Und so dankt Gemeindepräsident Martin Rüegg in seinem Brief abschliessend allen Beteiligten für die Geduld. Er sei überzeugt, dass sich der Aufwand gelohnt habe.

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