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Wenn der Ankläger auch Richter ist

Seit Jahren geht im Kanton Zürich die Zahl der Strafprozesse an Gerichten zurück. 90 Prozent der Strafanzeigen erledigt die Staatsanwaltschaft per Strafbefehl. Diese Entwicklung stösst auf Kritik.

Landfriedensbruch, wie hier am 1. Mai 2012, ist ein typisches Delikt, das mit Strafbefehl erledigt werden kann.
Landfriedensbruch, wie hier am 1. Mai 2012, ist ein typisches Delikt, das mit Strafbefehl erledigt werden kann.
Nicola Pitaro

Lina M. fuhr am 8. Oktober 2012 um die Mittagszeit im Zürcher Stadtkreis 6 Richtung Hirschwiesenstrasse. Dabei soll sie gemäss polizeilicher Feststellung ein Blatt Papier in Händen gehalten und gelesen haben. Die Frau wurde wegen «vorsätzlichen Vornehmens einer Verrichtung, welche die Fahrzeugbedienung erschwert», per Strafbefehl mit 200 Franken gebüsst. Die Gesamtrechnung, inklusive Kosten- und Gebührenpauschale, beläuft sich auf 450 Franken.

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