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Wenn die Traktoren von allein wenden

Landwirt Reto Huber kann künftig freihändig ansäen – seine Fahrzeuge sind mit GPS-Geräten ausgerüstet. Damit spart der Steinmaurer Zeit.

Von Fabian Boller Steinmaur – Nicht nur Autofahrer kommen dank Satellitennavigation schneller ans Ziel. Auch immer mehr Landwirte setzten auf die Technologie. So auch der Steinmaurer Gemüsebauer Reto Huber. Er hat seine Traktoren mit dem Global Positioning System (GPS) ausgerüstet. Nun sind seine Felder viel Präziser bewirtschaftet als die seiner Kollegen, die noch ohne Unterstützung aus dem Weltall säen. Dank einer am Feldrand positionierten Basisstation, die das Signal korrigiert, erreicht das System eine höhere Genauigkeit als das GPS im Auto. Die Abweichungen betragen maximal drei Zentimeter. Eigenhändig eingebaut Doch es geht nicht nur um das Optische. Dank der Satellitenunterstützung lassen sich Arbeitszeit und Maschinenstunden einsparen. Zudem würden die Anforderungen an das Personal sinken. «Ein Feld schön gerade zu pflügen, braucht viel Übung», sagt Huber. «Mit GPS-Unterstützung ist das Ganze aber in einem Tag lernbar.» Das liegt unter anderem daran, dass der Traktor die ganze Lenkarbeit selber übernimmt. Das ermöglicht dem Fahrer, sich während des Fahrens ganz auf die Arbeitsmaschine zu konzentrieren. Arbeiter anfangs skeptisch Huber habe die automatischen Lenkvorrichtungen eigenhändig in seinen Traktoren eingebaut, sagt der Steinmaurer stolz. Zwei Tage pro Fahrzeug musste er dafür aufwenden. Seine Angestellten seien der neuen Technologie gegenüber anfänglich sehr skeptisch gewesen, sagt er. «Doch das hat sich rasch gelegt. Heute nehmen sie die entsprechende Ausrüstung immer mit und arbeiten gerne mit dem GPS.» Hubers Kollegen aus dem landwirtschaftlichen Umfeld interessieren sich deshalb sehr für die satellitenunterstützte Feldbewirtschaftung. Laut dem landwirtschaftlichen Informationsdienst sind GPS-Lösungen mit Basisstation aber erst ab 20?000 Franken erhältlich. Ein Landwirtschaftsbetrieb brauche deshalb schon eine gewisse Grösse, damit sich ein umfassender Einsatz von GPS lohnt. «Zudem muss man sich mit dieser Technologie sehr vertieft auseinandersetzen, und ein technisches Verständnis sollte vorhanden sein», sagt Reto Huber.Während in Holland der Einsatz von Satellitennavigation in der Landwirtschaft bereits Standard ist, befindet sich die Schweiz deshalb noch immer in der Pionierphase. Zukunft gehört Feldrobotern Doch auch für den durchschnittlichen Schweizer Kleinbetrieb könne sich die Satellitennavigation lohnen, ist Huber überzeugt. Lösungen ohne Basisstation, die eine etwas geringere Präzision aufweisen, seien nämlich zu erschwinglichen Preisen erhältlich und würden Arbeiten wie zum Beispiel das Düngen erheblich erleichtern. Huber denkt, dass sich GPS auch hierzulande immer mehr durchsetzen wird. «Die Preise sind bereits stark gesunken», sagt er.In der Fachpresse geistern gar die Ideen von Feldrobotern herum: In Zukunftsszenarien erledigen diese Maschinen die gesamte Arbeit und werden von Computern gesteuert. Sie wirken ohne menschliches Zutun.

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