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Wenn Jets in den Service müssen

SR Technics besorgt für 800 Flugzeuge verschiedener Airlines den Unterhalt. Die Werkstätten in Kloten revidieren Triebwerke, sind aber auch zuständig für das Entkalken von Kaffeemaschinen.

Von Walter Jäggi Zürich – Der Passant sieht vom Unternehmen SR Technics am Rande des Flughafenareals nur die Gebäude hinter dem Sicherheitszaun. Drinnen stehen einerseits ganze Flugzeuge und Triebwerke, an denen die Mechaniker arbeiten, andererseits werden Einzelelemente bearbeitet, die zum komplexen System Flugzeug gehören. Das sind Dinge wie Räder, Rettungsrutschen, Pilotensitze oder auch Kaffeemaschinen. 50 000 solche Elemente durchlaufen pro Jahr den Unterhaltsbetrieb, der Katalog umfasst 4500 verschiedene, sagte Heinz Freimann, Chef des Komponentenunterhalts, am Donnerstag bei einem Rundgang mit Medienleuten. Dass im Luftverkehr immer mehr Tempo gefragt ist, hat auch Folgen für die Unterhaltsbetriebe. Die Fluggesellschaften verlangen von ihnen nicht nur gute, sondern auch schnelle und preisgünstige Arbeit. Bei SR Technics ist deshalb in den letzten Monaten der Betriebsbereich Komponenten vollständig reorganisiert worden. Neue Abläufe im ganzen Haus Schweizer Qualitätsarbeit sei zwar gefragt, aber teuer, sagte André Wall, der Chief Operations Officer (Betriebsleiter). Um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben und neue Arbeitsplätze schaffen zu können, habe man letztes Jahr die Werkstätten komplett umstrukturiert. Erst einmal wurde gründlich entrümpelt, viele Container mit nicht mehr benötigtem Gerät gefüllt. Ein Teil der Gebäude, in denen SR Technics nur eingemietet ist, wurde innen umgebaut. Die Arbeitsabläufe wurden neu definiert, Arbeitsgruppen neu zusammengesetzt. Die Büroarbeitsplätze wurden direkt in die Werkstätten verlegt, sodass der Kontakt zwischen den Ingenieuren und den Handwerkern vereinfacht wird. Auch die Projektleitung, die jetzt bereits an einer nächsten Stufe arbeitet, hat ihre Pulte und Computer mitten in einer Werkhalle aufgebaut.Dank der Zusammenlegung von Positionen, die ein Produkt passieren muss, konnten interne Transportwege vermieden werden. Bei den Fahrwerkbremsen verkürzte sich der Weg beispielsweise von 1848 Meter auf 240 Meter. Gemessen wurde das, indem zunächst die Teile auf ihrem Weg durch das Werk verfolgt wurden, dann wurde ganz neu geplant, wie man es besser machen könnte.Die durchschnittliche Durchlaufzeit eines Auftrags, dass Mass aller Dinge bei den Kunden-Airlines, konnte von 14 auf 9 Tage reduziert werden, die Arbeitsproduktivität stieg um 8 Prozent. 29 Prozent der Arbeitsfläche im Areal konnten eingespart werden und stehen nun für neue Projekte zur Verfügung, beispielsweise für den Aufbau einer Abteilung für den massgeschneiderten Innenausbau von Luxusflugzeugen. SR Technics präsentiert sich jetzt als eine Art Fabrik, bei der mit modernen Organisationsmitteln rationell produziert wird. Das sei aber nicht einfach zu realisieren gewesen, meinte André Wall. Skepsis habe es zunächst bei den Mitarbeitern gegeben, die sich mit neuen Abläufen vertraut machen mussten. Aber es seien auch ausserordentlich viele behördliche Hürden zu überwinden gewesen. Bei den neuen Arbeitsplätzen mussten beispielsweise bei Beleuchtung, Lüftung oder der Zugänglichkeit für Behinderte Vorschriften beachtet und Bewilligungen eingeholt werden. Dass in der Industrie Tempo gefragt ist, haben nach Walls Erfahrungen noch nicht alle Amtsstellen verstanden. SR Technics präsentiert sich als eine Art Fabrik, in der mit modernen Mitteln produziert wird. Arbeiter in der Abteilung Schubumkehr. Bildlegende Text. Foto: Vorname Name, Agentur Ein Pilotensitz wird revidiert. Schweizer Know-how ist gefragt. In der Fliegerei gibt es selbst für das Entkalken von Bord-Kaffeemaschinen Vorschriften und Fachleute. Fotos: Reto Oeschger Bildlegende Text. Foto: Vorname Name, Agentur

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