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Wenn Laien auf Profis treffen

Der Canticorum-Chor der Kantonsschule Zürcher Oberland gibt heute ein Konzert. Begleitet wird er von Profis.

Dürnten - Während die Gruppe von Kantischülern und Lehrern des Freifachchors Canticorum aufrecht und still steht, gestikuliert Musiklehrer Stefan Schättin wild herum. Als das Stück zu Ende ist, zeigt er sich zufrieden. Die Töne stimmen, der Text sitzt. Trotzdem sieht er noch Verbesserungspotenzial: «Bei der Aussprache der italienischen Lieder merkt man, dass wir ein Chor aus dem Zürcher Oberland sind», schmunzelt er.

Zusammen mit Daniel Manhart, der als Unterstützung auch im Chor mitsingt, hat Schättin im letzten Sommer das Projekt Canticorum auf die Beine gestellt. Seither proben die rund 30 Chormitglieder für das Konzert. Am Anfang war das eher mühsam, wie die 17-jährige Larissa Dollenmeier erzählt: «Es hat gedauert, bis wir zusammengefunden haben.» Dass es nicht einfach würde, wusste auch Manhart von Anfang an: «Die Schüler müssen sehr gut Noten lesen können und ein Gespür für den Rhythmus haben», sagt er. Weil die beiden Chorleiter als Musiklehrer an der Kantonsschule Zürcher Oberland arbeiten, waren die Schüler sehr offen und konnten vom Mitmachen überzeugt werden.

Unterstützt wird der Chor von Absolventen der Schola Cantorum Basiliensis, einer Ausbildungsstätte für Alte Musik. Darunter fällt die Musik des Mittelalters, der Renaissance und des Barock. Manhart hat gute Kontakte zur Szene und konnte deshalb die Profi-Instrumentalisten Elizabeth Rumsey, Tore Eketorp und Ziv Brakha für das Konzert mobilisieren. Die Schüler sind froh, dass sie unterstützt werden. «Die Instrumente erleichtern das Singen, da sie die Stimmen mitspielen. Zudem klingt es viel schöner», sagt der Chorsänger Justin Elmaleh.

Das Programm mit Musik aus dem 16. Jahrhundert haben die Chorleiter in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil werden Madrigale, sogenannte wäldliche Stücke, gespielt, die von Märkten, Frauen und vom Trinken handeln. Ergänzt werden die Madrigale mit einer Chanson. Es folgt ein zweiter Teil mit Messemusik, im Zentrum steht dabei die «Missa brevis» von Giovanni Pierluigi da Palestrina. Diese Musik ist eher gemässigt und soll der Kirche eine gewisse religiöse Würde verleihen. Die Profis begleiten den Chor nicht nur, sie spielen während des Konzertes auch vier Stücke nur instrumental.

Die Stücke hat Manhart ausgesucht. «Die Lieder sollten leicht zu erlernen sein und gut klingen», erklärt er seine Wahl. Für den Klang ebenso wichtig wie die Liederwahl dürfte die gute Akustik in der Kirche sein. Chorkonzert in der reformierten Kirche Dürnten, heute um 19.30 Uhr. Freier Eintritt, Kollekte.

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