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Wer früh Kontakte pflegt, ist später nicht allein

Eine neue Vortragsreihe zog die Leute in Scharen ins Haus Wäckerling. Mit einem Psychologen redeten sie über das Glück im Alter.

Uetikon - Im Festsaal des Hauses Wäckerling mussten kürzlich für die vielen Besucher zusätzliche Stühle bereitgestellt werden. Das Interesse am ersten Vortrag einer vierteiligen Reihe des Forums für angewandte Gerontologie war ausserordentlich gross.

Das Forum mit Sitz in Uetikon beschäftigt sich mit wichtigen Fragen rund ums Älterwerden. Eine zentrale Herausforderung ist dabei die Tatsache, dass wir ein immer höheres Alter erreichen und dabei der Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft zunimmt.

Nicht auf Defiziten herumreiten

Zur Einleitung begrüsste der Stäfner Gemeindepräsident Karl Rahm die Zuhörer. Aus seiner persönlichen Erfahrung als Verwaltungsratspräsident des Spitals Männedorf wusste er von finanziellen Aspekten des Alterns zu erzählen. Was das Haus Wäckerling betrifft, ist er zufrieden: «Ich bin froh, dass wir nach den finanziellen Schwierigkeiten eine tragfähige Lösung fanden.»

Hauptredner des Abends war Mike Martin, Professor für Alterspsychologie an der Uni Zürich. In seinem Referat zeigte er neue Perspektiven und Lösungsansätze für Altersfragen auf. Er befürwortete dabei «mehrdimensionale Massnahmen». Anders gesagt: Er legt Gewicht darauf, dass der Mensch seine Lebensqualität anhand von verschiedenen, individuellen Faktoren beurteile, beispielsweise Lebenssinn, Gesundheit oder Wohlbefinden. «Wir sollten unseren Fokus weniger auf ein einzelnes Defizit richten, sondern die vorhandenen persönlichen Fähigkeiten verbessern.»

Martin sprach sich zudem gegen eine reine Symptombekämpfung aus und betonte stattdessen einen ganzheitlichen Lösungsansatz. «Die Kriterien, wie ein Mensch seine Lebensqualität beurteilt, sind unterschiedlich, und genauso unterschiedlich sollten auch die Ziele gesteckt werden.»

In der anschliessenden Podiumsdiskussion stellten sich Fachleute und Betroffene den Fragen aus dem Publikum. Mit imponierender Offenheit sprach etwa die 80-jährige Kerstin Hockmeyer über ganz grundlegende, persönliche Zweifel: «Ich engagiere mich in der Alzheimervereinigung und bin auch sonst noch sehr beschäftigt», sagte sie, «trotzdem frage ich mich jeden Morgen nach dem Sinn meines Lebens.»

Viele fühlen sich isoliert

Ein Thema, das vom Publikum mehrmals angesprochen wurde, war die Einsamkeit und Isolation, die viele ältere Menschen verspüren. Mike Martin sagte dazu: «Es ist wichtig, die sozialen Kontakte zu pflegen, bevor man alt ist, denn das Zusammensein und die Kommunikation sind essenzielle Punkte für die Lebensqualität.»

Die Zuhörer erzählten von eigenen Erfahrungen und von möglichen Wegen aus dieser Isolation. Eines wurde an diesem Abend klar: Es ist nicht einfach, glücklich alt zu werden. Entsprechende Fragen betreffen alle. Jérôme Stern Weitere Vorträge: 19. November, 21. Januar, 4. März. Ort: Festsaal Haus Wäckerling, 8708 Uetikon am See.

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