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Wetziker Seitz wehrt sich gegen «Branchen-Goliath»

Die Zulieferer der PET-Fertigung kämpfen mit harten Bandagen um weltweite Marktanteile.

Von Yves Ballinari Wetzikon – Zwei von drei PET-Flaschen auf dem Weltmarkt finden ihren Weg durch die Fertigungsstrasse dank Technologie aus Wetzikon: Mit ihren Ventilen für die Herstellung der Gefässe besetzt die Eugen Seitz AG eine lukrative Nische. 40 Millionen Franken setzt die Firma mit den Niederlassungen in Saland sowie in Dubai, Schanghai, Chicago und im deutschen Frankenthal jährlich um. Der Wettbewerb um den Weltmarkt hat aber seinen Preis. Mit einer Mitteilung machen die Wetziker Ventilspezialisten jedenfalls ihrem Ärger über das Geschäftsgebaren der britischen Konkurrentin IMI Norgren Luft. Das Problem mit dem Patent Die Eugen Seitz AG habe beim Bundespatentgericht in Deutschland und beim entsprechenden Gericht in London Klage eingereicht, sagt der Anwalt des Unternehmens, Richard A. Egli, auf Anfrage. Der ausländische «Branchen-Goliath» habe zuvor mehrfach gedroht, Seitz wegen Patentverletzungen einzuklagen. Er habe sich dabei auf ein Patent in Grossbritannien und Deutschland berufen. «Dabei ist das Patent nichtig. Norgren hatte das Produkt angemeldet, obwohl beide Firmen schon seit Jahren damit handeln.» Hintergrund des Verhaltens sei der Erfolg der Firma Seitz: Diese sei kurz davorgestanden, dem Konkurrenten Kunden abzujagen. «Es ging um Lieferungen von hohen Stückzahlen.» Die potenziellen Kunden hätten wegen der Prozessandrohungen aus dem Vereinigten Königreich vor einer Geschäftsbeziehung mit Seitz zurückgeschreckt. «Das ist ein Schema, das sich mir bei meiner Arbeit immer häufiger zeigt. Grossunternehmen versuchen, kleinere Konkurrenten mit der Drohung von langen Prozessen über Patente einzuschüchtern.» Der Fachbegriff für solche Firmen: «Patent-Trolle». Nachdem Gespräche mit dem Norgren-CEO zu keiner Lösung geführt hätten, fordere Seitz nun vor Gericht, das Patent zu löschen. Der Erfolg sei sicher, ist Egli überzeugt: «Die Richter werden uns recht geben, schliesslich haben wir zahlreiche Belege für die Nichtigkeit der Patentanmeldung.» Bei der Norgren-Niederlassung in Balterswil TG waren bis am Freitagabend nicht mehr Details über den Fall zu erfahren: «Wir wissen nichts davon, also geht es uns auch nichts an. Wenden Sie sich bitte an das Hauptquartier.» Im Hauptsitz in Birmingham bestätigte sich diese Form der Informationspolitik. Anrufe endeten schon bei der Telefonistin, eine schriftliche Anfrage blieb unbeantwortet. Selbst bei der Eugen Seitz AG will man über den Inhalt der Medienmitteilung hinaus nichts sagen. Dichtzuhalten, liegt in der PET-Industrie offenbar in der Natur der Sache.

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