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«What a Feeling» für Rolf Jenny

Herrlibergs scheidender Gemeindepräsident hat dem Dorf ein Konzert geschenkt.

Herrliberg - Rolf Jenny spielt kein Instrument, aber der abtretende Herrliberger Gemeindepräsident (SVP) hat eine musikalische Seite. Diese bleibt normalerweise seiner Familie vorbehalten: «Zu Hause singt er sehr gerne», verrät seine Frau Gitte. An diesem Donnerstagabend aber teilt Jenny seine Freude an der Musik mit den Herrlibergern: Weil es sein letztes Jahr als Gemeindepräsident ist, hat er das Jahresendkonzert des Kulturkreises gesponsert, einen Auftritt der Jugendmusik unterer rechter Zürichsee (Jumurz).

Die grosse Anerkennung, die Jenny im vollen Zehntensaal der Vogtei geniesst, ist spürbar; er wird von vielen Konzertbesuchern herzlich gegrüsst. «Rolf Jenny ist die Grosszügigkeit in Person», sagt auch Jumurz-Präsident Martin Strauss aus Männedorf in seiner Ansprache und lobt die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeindepräsidenten, der sich mit dem Konzert quasi selbst ein Abschiedsgeschenk gemacht habe.

Die musikalische «Hommage à Rolf» gibt einen vielseitigen Einblick in die Fähigkeiten der 61 Musiker unter der Leitung von Franz Honegger, der auch Musikschulleiter in Erlenbach ist. Schon vom ersten Takt an erklingen gerade und sauber getroffene Töne. Während der Spielpausen halten die Jugendlichen diskret ihre Instrumente warm. Derweil dirigiert Honegger lebhaft und höchst engagiert. Hätte er statt des Dirigentenstabs einen Pinsel in der Hand, es würden eindrückliche Bilder entstehen, so vielfarbig gibt er den Takt an.

«Hervorragend gelungen»

Die Konzerte der Jugendmusik haben Rolf Jennys Amtszeit als Herrliberger Gemeindepräsident begleitet. «Zum ersten Mal war ich vor 12 Jahren als geladener Gemeindepräsident am Jahreskonzert», sagt er. Damals war er so begeistert, dass er die Konzerte fortan regelmässig besuchte. Tatsächlich spielt die Jumurz auch an diesem Abend intonatorisch praktisch makellos. «Flashing Winds» von Jan van der Roost oder «What a Feeling» aus dem Tanzfilm «Flashdance» etwa erklingen rhythmisch einwandfrei. Rolf Jenny erinnern die Stücke an seine Jugendzeit. Sie seien alle «hervorragend gelungen».

Auch das übrige Publikum zeigt sich hoch erfreut und lässt sich zu Bravo-Rufen hinreissen - ob nun der «General-Guisan-Marsch» oder angelsächsische Klänge angestimmt werden. Eine zusätzliche Dimension verleihen dem Konzert die Soli: Die beiden Trompeter Dominic Wunderli und Remo Steiger, die mit ihrem grossen Spielvolumen spanische Impressionen herbeizaubern, oder der Euphoniumspieler Moritz Müller sind nur einige Beispiele.

Gemessen an der Jugendlichkeit der Musiker ist der Auftritt souverän und überzeugt mit viel Pfiff und musikalischer Reife. Es ist nachvollziehbar, weshalb das Orchester 2007 an einem internationalen Wettbewerb den zweiten Platz holte. Und solche Erfolge kommen nicht von ungefähr: «Wir mögen das Halbherzige nicht», sagt Präsident Strauss. «Wenn wir uns einmal für etwas entschieden haben, geben wir alles.» Rolf Jenny dürfte das gerne hören. Die Jugendmusik legte für ihren prominenten Bewunderer einen glanzvollen Auftritt hin. Foto: Daniel Kellenberger

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