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Winterthur macht Beiz für Junge ohne Job dicht

Der SP-Sozialvorsteher zieht die Notbremse, weil im Ausbildungsrestaurant für junge Arbeitslose die Kosten aus dem Ruder liefen.

Von René Donzé Winterthur – Erst wenige Monate ist Nicolas Galladé (SP) Stadtrat und Sozialvorsteher. Und schon baut er ein Sozialprojekt ab. Wie er gestern mitteilte, schliesst er den Ausbildungsbetrieb im Römerpark per Sommer 2011. «So schwer er uns fällt, es ist der richtige Entscheid», sagt er. Vor gut zwei Jahren hat die Stadt das idyllische Restaurant mitten im Villenviertel gepachtet, das zur Tennisanlage des LTC Winterthur gehört. Dort können 15 Jugendliche, die keine Lehre gefunden haben, eine zweijährige Attestausbildung als «Küchenangestellte» oder «Restaurationsangestellte» absolvieren. Was gut tönt, ist teuer und ohne solide Rechtsgrundlage. Der Römerpark war ein Prestigeprojekt von Galladés Vorgängerin Maja Ingold (EVP), die jetzt im Nationalrat sitzt und in den Regierungsrat will. Sie lancierte es 2007 ohne Gemeinderatsbeschluss als Pilotprojekt. «Es musste alles schnell gehen», sagt Ingold, die selbst Mitglied des Tennisklubs ist. Der Klub kündigte damals dem bisherigen Pächter quasi über Nacht. Stadt musste Million bezahlen Im Frühling 2008 übernahm die Stadt das Restaurant, das bald tief in die roten Zahlen rutschte. Ingold rechnete damit, dass das Restaurant selbsttragend sein würde und die Betreuungskosten von 450 000 Franken von der Arbeitslosenkasse (ALV) übernommen würden. «Man war zu optimistisch», sagt Galladé. Die ALV zahlte nicht – und der Betrieb war defizitär. Vor allem in Randstunden kamen wenig Gäste, während Mittagsservice und Bankette gut liefen. Im ersten Jahr musste die Stadt eine Million einschiessen, im zweiten etwas weniger. «Trotz Sparmassnahmen wären wir kaum je auf weniger als 700 000 Franken gekommen», sagt Galladé. Um das Projekt auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen, hätte es eine Volksabstimmung gebraucht. Doch für Galladé sind die Kosten von 50 000 Franken pro Ausbildungsplatz zu hoch, darum hat er das Projekt abgebrochen. Nun sucht er nach Lösungen für die Jugendlichen und die sieben Angestellten. Die Stadt unterstütze schwache Jugendliche auch anderweitig, so Galladé. Der Tennisklub will die Beiz weiterführen und hat bereits einen neuen Pächter in Aussicht.

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