Risikozone gilt als «käferfrei»

Der Laubholzbockkäfer hielt in Winterthur Spürhunde auf Trab. 60 Bäume mussten notfallmässig gefällt werden. Jetzt kommen die Baumkletterer.

Dem exotischen Schädling fielen in Winterthur 60 Bäume zum Opfer: Der Laubholzbockkäfer (r.) und seine Larve (l.).

Dem exotischen Schädling fielen in Winterthur 60 Bäume zum Opfer: Der Laubholzbockkäfer (r.) und seine Larve (l.). Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer in Winterthur beginnt ab Montag die dritte Phase: Nach den Notfallrodungen und der Suche des Käfers mit Spürhunden werden die Bäume innerhalb der 500-Meter-Zone durch Baumpfleger erklettert und auf allfälligen Befall untersucht.

Die primäre Suche nach dem Schädling sei bald abgeschlossen, teilten die Stadt Winterthur und die Zürcher Baudirektion am Freitag mit. Gefunden worden seien bisher 140 Laubholzbockkäfer. Vereinzelt hätten auch kleinere Bäume sicherheitshalber gefällt werden müssen.

Minutiöse Überwachung

Damit gelte das rund ein Quadratkilometer grosse Gebiet, die sogenannte Fokuszone, als «wahrscheinlich käferfrei» oder «bereinigt». Das heisst aber nicht, dass sämtliche Käfer gefunden wurden. Es müsse davon ausgegangen werden, dass ausgeflogene Weibchen bereits wieder Eier an Bäumen und grösseren Gehölzen abgelegt hätten.

Deshalb beginnt ab Montag die Phase der Überwachung. Speziell ausgebildete Baumpfleger erklettern in der Fokuszone sämtliche Bäume und untersuchen diese minutiös nach allfälligem Befall.

Über 60 Bäume notfallmässig gefällt

In Winterthur mussten letzte Woche im betroffenen Gebiet über 60 mit dem Käfer befallene Bäume notfallmässig gefällt werden. Der Asiatische Laubholzbockkäfer befällt verschiedene Laubbäume, auch wenn diese gesund sind. Innerhalb weniger Jahre kann er sie zum Absterben bringen. Das Insekt gilt deshalb als besonders gefährlich und ist meldepflichtig.

Laut der kantonalen Fachstelle für Pflanzenschutz kann der Laubholzbockkäfer leicht mit einheimischen Käferarten verwechselt werden. Erkennbar sei er an den weissen Punkten auf den glänzend schwarzen Flügeln, den bläulichen Beinen und den weissen bis bläulichen Zwischengliedern der Fühler.

Im Kanton Zürich sind ausserhalb von Winterthur keine weiteren Asiatischen Laubholzbockkäfer gefunden worden. Zwar seien verschiedene Verdachtsfälle gemeldet worden, diese hätten sich jedoch nicht erhärtet, heisst es in der Mitteilung.

Zuerst im Kanton Freiburg entdeckt

Erstmals nachgewiesen worden war der Käfer im September 2011 im Kanton Freiburg. Entdeckt hatte ihn eine Privatperson in einem Garten im Sensebezirk. Einen zweiten Käfer sowie Eiablagen wies daraufhin ein Experte in einer Hecke nach.

Ebenfalls im vergangenen Herbst fanden Arbeiter im thurgauischen Salenstein vier tote asiatische Laubholzbockkäfer. Sie befanden sich in Holzpaletten, mit denen Granitsteine aus China importiert wurden. (pia/sda)

Erstellt: 27.07.2012, 14:30 Uhr

Artikel zum Thema

Gefährliche asiatische Larven in der Schweiz

Im Hafen von Basel wurden Larven des Asiatischen Laubholzbockkäfers entdeckt. Das Insekt gilt als höchst schädlich für die Pflanzenwelt. Das Bundesamt für Umwelt zeigt sich besorgt. Mehr...

Auch in Zürich droht ein Kahlschlag

In Winterthur wird mit Grossaufgebot nach einem Käfer gesucht, der die Laubbäume bedroht. In Zürich macht man sich auch Sorgen um den Baumbestand – allerdings aus einem anderen Grund. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Ein Geschenk, das lange Zeit Freude bereitet

Was soll ich denn bloss diese Weihnachten schenken? Mit fondssparplan.ch bietet sich die Chance, langfristig angelegte Freude zu bescheren.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Ein Sturm brachte heftige Regenfälle mit sich: Menschen warten in Indien auf den Zug. (18. Dezember 2018)
(Bild: PIYAL ADHIKARY) Mehr...