Zwei neue Tunnel im Osten von Winterthur

Die Stadt will das Quartier Neuhegi/Grüze mit zwei Tunnelröhren erschliessen. Knackpunkt sind die Kosten von 160 bis 200 Millionen Franken: Der Verteilschlüssel zwischen Stadt und Kanton ist umstritten.

Protestierten vor einem Jahr gegen die ersten Erschliessungsvarianten: Kundgebungsteilnehmer am Hegi-Marsch.

Protestierten vor einem Jahr gegen die ersten Erschliessungsvarianten: Kundgebungsteilnehmer am Hegi-Marsch. Bild: PD

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Als die Stadt vor einem Jahr ihren Vorschlag zum Anschluss des Boom-Quartiers Neuhegi/Grüze an die Autobahn A1 präsentierte, erntete sie harsche Kritik: Die Linienführung der Strasse sei nicht durchdacht, sie zerschneide das Quartier. Die Stadt nahm die Kritik auf und ging nochmals einen Schritt zurück.

Nun hat sie einen neuen Vorschlag präsentiert, der in Zusammenarbeit mit Anwohnern und Interessengruppen entwickelt wurde. Die jetzige Lösung verbindet Grüze/Neuhegi mit der Frauenfelderstrasse, wobei zwei Teile der Strecke unterirdisch geführt werden sollen, wie die Stadt heute Freitag mitteilte. Die Interessengruppen begrüssen den Entscheid, die IG Erschliessung Hegi etwa sichert der Stadt in einem Communiqué ihre Unterstützung zu.

200 statt 45 Millionen

Die Kosten der neuen Linienführung mit zwei Tunneln belaufen sich auf 160 bis 200 Millionen Franken. Demgegenüber betrugen die geschätzten Kosten bei der oberirdischen Variante 45 Millionen Franken, wie Albert Gubler vom Winterthurer Amt für Städtebau sagt. Allerdings sei bei der alten Linienführung mit Rekursen und Problemen beim Lärmschutz zu rechnen gewesen, was das Projekt erheblich verteuert hätte. Insofern müsse man den Kostenunterschied relativieren.

Der Stadtrat legt nun dem Kanton die neue Variante zur Genehmigung und Finanzierung vor. Knackpunkt ist dabei, wie die Baukosten verteilt werden. Die Stadt stellt sich auf den Standpunkt, der Kanton sei für die Finanzierung zuständig, allenfalls mit Unterstützung des Bundes. «Der Kanton verlangte allerdings in seinen ersten Stellungnahmen einen ‹substantiellen Beitrag› der Stadt», sagt Albert Gubler.

Unklare Linienführung

Die Finanzierung ist nicht die einzige offene Frage: Die genaue Linienführung ist an mehreren Stellen unklar, so zum Beispiel beim Anschluss an die Frauenfelderstrasse. Dieser befinde sich nicht auf Winterthurer Stadtgebiet, sagt Albert Gubler. Es seien deshalb weitere Gespräche mit der Gemeinde Wiesendangen und dem Kanton nötig.

Erstellt: 19.04.2013, 15:50 Uhr

Artikel zum Thema

Winterthur plant eine doppelte Europaallee

Das neue Zentrum Neuhegi-Grüze in Winterthur-Ost ist einen wichtigen Schritt weiter: Ab nächsten Montag wird der Gesamtplan für den neuen Stadtteil auf dem ehemaligen Sulzer-Areal öffentlich aufgelegt. Mehr...

Die Sulzer verkauft ihre alten Fabrikhallen

Der Maschinen- und Anlagebauer Sulzer verkauft seine Immobilien für rund 80 Millionen Franken an Implenia. Davon betroffen sind Grundstücke und Liegenschaften in Winterthur. Mehr...

Winterthur kann «Stadt in der Stadt» planen

Die Stadt Winterthur darf im neuen Stadtteil Neuhegi-Grüze drei Jahre lang verbindlich planen. Allerdings auf etwas weniger Platz als ursprünglich vorgesehen. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

1000-Sterne-Hotel: unterwegs mit dem Zelt

Outdoorfeeling pur! Alena Stauffacher, begeisterte Bergsportlerin, erzählt von ihren Camping-Erfahrungen.

Kommentare

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Eine fast aussterbende Tradition: Tänzer führen den Thengul-Tanz während der 74. Indonesischen Unabhängigkeitsfeier im Präsidentenpalast in Jakarta, Indonesien vor. (17. August 2019)
(Bild: Antara Foto/Wahyu Putro) Mehr...