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«Wir gehen immer brachial auf die Pointe los»

Helmi Sigg verdient seit zwei Jahrzehnten sein Geld mit Lustigsein. Im Musical «Ewigi Liebi» sorgt der Komiker schon in der dritten Spielzeit für Lacher.

«Früher galten wir vom Trio Eden als die Bad Boys der Schweizer Comedy-Szene: Guy Landolt, Midi Gottet und ich. Wir brachen eben mit den gängigen Normen. Wir benutzten eine derbere Sprache, rissen auch Witze unter der Gürtellinie. So wie unsere Vorbilder: Eddie Murphy, Jerry Lewis, Monty Python. Die steuern auch direkt und brachial auf den Punkt zu. Mit dem Trio Eden haben wir viel von dieser amerikanischen und englischen Comedykultur in die Schweiz gebracht. Damit haben wir den Weg für viele nach uns geebnet.

Was wir begonnen haben, hat sich stark weiterentwickelt: Wenn du heute Comedy aus dem deutschsprachigen Raum guckst, sehen die Trio-Eden-TV-Episoden von früher direkt harmlos aus. Die Sprache, aber auch die Themen haben sich verändert. Heute ist viel mehr erlaubt als früher. Es gibt kaum noch Grenzen. Trotzdem gibt es fürs Trio Eden weiterhin zu tun. Gerade in schwierigeren wirtschaftlichen Zeiten wie diesen ist Unterhaltung und Komik existenziell.

Das merken wir auch bei‹Ewigi Liebi›. Wir sind praktisch jeden Abend ausverkauft. Und dies mittlerweile in der dritten Spielzeit. Die Leute geben uns Abend für Abend Standing Ovations. Das ist eine Riesenkiste. Es macht riesigen Spass. Vor allem auch, weil wir uns ins Drehbuch mit einbringen konnten. Unsere Rollen - die drei Murmelis - haben wir mit dem Autor zusammen gestaltet und geschrieben. Deshalb ist auch Trio Eden in den Murmelis drin. Einmal schlage ich - als Murmelimutter Martha - vor, unseren Murmelisohn durch Elektroschocks von seiner Homosexualität zu befreien. Dann sagt er:‹Meinst du, du könntest mir eine Autobatterie an die Eier hängen und schon bin ich geheilt?› So direkt auf den Punkt.

Was nach‹Ewigi Liebi› kommt, weiss ich noch nicht. Mal schauen. Irgendwas fällt mir immer ein, ich habe ja noch meine Promobude. Ich will einfach nicht in Würde altern. Das ist mir zu albern und zu einfach.» Aufgezeichnet von Res Hinterberger «Wir brachen mit den Normen»: Sigg in seinem Garten in Oberrieden. Foto: Silvia Luckner

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