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Würdevoller Abschied vom geliebten Haustier

In Rüti nimmt Mitte März ein Tierkrematorium seinen Betrieb auf. Es ist erst das zweite im Kanton.

Rüti - «In der Schweiz werden mittlerweile zwischen 15 und 40 Prozent der verstorbenen Katzen und Hunde kremiert», sagt Urs Kapp, der Betriebsleiter des neuen Tierkrematoriums in Rüti. Genauere Zahlen kann er nicht liefern. Wenn auch die meisten Haustiere nach ihrem Tod in der Tierkadaversammelstelle entsorgt würden, widerstrebe doch vielen Tierhaltern der Gedanke, dass die sterblichen Überreste ihres Büsi in einem Container landen - zusammen mit Schlachtabfällen und Kadavern von Schweinen und Kühen.

Urs Kapp gesteht, dass der Plan, ein Tierkrematorium zu bauen, am Stammtisch entstand. «Ursprünglich wurde ich von allen Seiten belächelt.» Doch das Bedürfnis war vorhanden: Als Leiter des Human-Krematoriums in Rüti hatte Kapp in den letzten Jahren häufig Anfragen von Leuten bekommen, die ihren Hund oder ihre Katze einäschern lassen wollten. Er musste ablehnen.

100 Kilo Maximalgewicht

Im Kanton Zürich sterben täglich rund 100 Katzen und Hunde. Das einzige Tierkrematorium des Kantons - das älteste der Schweiz - steht in Nürensdorf im Zürcher Unterland. Dieses muss bis im Jahr 2012 die geltenden Emissionsbestimmungen erfüllen. In Rüti steht nun seit Donnerstag ein hochmoderner Brennofen an seinem Platz. 850 bis 1000 Grad beträgt die Temperatur in seinem Schlund. Das mit Gas beheizte Ungetüm wiegt 18 Tonnen. Die Abwärme wird zum Heizen des Gebäudes genutzt. Der Holzneubau verfügt über eine Filteranlage, die Geruchs- und Lärmemissionen verhindert.

Urs Kapp erwartet, dass im Tierkrematorium am häufigsten Katzen und Hunde eingeäschert werden. Kremiert werden können jedoch alle Haustiere vom Wellensittich übers Meerschweinchen bis zur Riesenboa - vorausgesetzt, das Tier wiegt nicht mehr als 100 Kilo.

Die Besitzer können das verstorbene Haustier abholen lassen oder selbst vor-beibringen. Geschäftspartner Konrad Risch spricht von einem würdevollen Ende. «Wir wollen, dass sich die Besitzer in Ruhe von ihrem Tier verabschieden können.» Gelegenheit dazu erhalten sie in einem kleinen Abschiedsraum. «Auf Wunsch können die Besitzer der Kremation beiwohnen», sagt Kapp. Die ganze Technik des Ofens bleibe hinter einer Wand verborgen, sodass die Besitzer ungestört von ihrem Liebling Abschied nehmen könnten.

Bis 250 Franken für ein Büsi

Die Kunden haben die Wahl zwischen einer Einzel- und einer Sammeleinäscherung. Eine Einzeleinäscherung für ein fünf bis sechs Kilo schweres Büsi kostet 200 bis 250 Franken.

Nach der Kremation können die Besitzer die Asche ihres Haustiers in einem Säcklein mitnehmen oder sie sich zuschicken lassen. Viele verstreuten sie unter einem Baum oder auf dem Lieblingsplätzchen des Tieres, manche bewahrten sie in einer Urne auf. «Ich würde mir wünschen, dass es zum Normalfall wird, sein Haustier, das einem viele schöne Stunden beschert hat, kremieren zu lassen», findet Konrad Risch.

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