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Zehnender tappt in Videofalle

Einst waren die Rothirsche fast ausgestorben, nun haben sie sich im Kanton Zürich wieder angesiedelt: Erstmals ist es gelungen, diese scheuen Tiere zu filmen.

Entlang der Albiskette am linken Zürichseeufer haben sich in den vergangenen Jahren wieder Rothirsche angesiedelt. Bis jetzt konnten Fachleute und Jäger die scheuen Tiere allerdings nur beobachten und in ganz seltenen Fällen auch fotografieren. Filmaufnahmen existierten bis jetzt keine.

Nun ist es gelungen, einen solchen Hirsch vor die Kamera zu bekommen und ihn zu filmen. Für die Dreharbeiten zuständig war eine Forschungsgruppe der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) Wädenswil.

Schutzgebiet für Publikum geschlossen

Da Rothirsche Menschen gegenüber sehr scheu sind, musste das Filmteam zuerst einen passenden, möglichst unauffälligen Ort für die Aufnahmen finden. Die automatische Wildkamera wurde dann in der Nähe des Albispasses installiert. Und es ging tatsächlich nicht lange, bis in einer lauen Sommernacht ein kapitaler Rothirsch in die Videofalle am Rande des Sihlwalds tappte.

«Das ist natürlich genial, wenn man im Rahmen des Naturwald-Reservats Sihlwald dieses Tier beobachten kann», sagt Martin Kilchmann, Sprecher des Naturerlebnisparks Sihlwald, gegenüber SRF. Dies sei auch eine Bestätigung für die Arbeit der letzten Jahre. Die Leitung des Parks habe sich entschieden, einen Teil der Wege und Forststrassen im elf Quadratkilometer grossen Schutzgebiet für Besucher zu schliessen, damit Flora und Fauna weniger gestört seien.

Wie wichtig zusammenhängende Schutzgebiete für Wildtiere sind, zeigt auch die Arbeit einer Forschungsgruppe der ZHAW Wädenswil. Dabei wurde gezielt über mehrere Jahre hinweg der Aktionsradius von Rehen untersucht. Es hat sich gezeigt, dass er in Gebieten mit viel Betrieb sehr stark eingeschränkt wurde und die Rehe deutlich weniger aktiv waren als in Gebieten ohne viele Ausflügler.

Rothirsch war einst fast ausgestorben

Hirsche sind im Kanton Zürich seit einigen Jahren wieder auf dem Vormarsch. Dabei war der Rothirsch in der Schweiz aufgrund intensiver Jagd fast ausgestorben. Fachleute hielten es lange Zeit für unmöglich, dass der Rothirsch das Mittelland wieder besiedeln kann. Das Tier konnte sich aber gut an die Kulturlandschaft anpassen.

Eine exakte Zahl zu nennen, wie viele Rothirsche auf der Albiskette leben, sei unmöglich, sagt Jürg Zinggeler-Zgraggen von der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung. «Entlang der Albiskette müssen wir von ungefähr 25 bis 35 Hirschen ausgehen», sagt er. Die Schätzungen zu den Tierbeständen finden jeweils im Frühling statt. Gesamtkantonal rechnet Zinggeler-Zgraggen mit einem Hirschbestand von ungefähr 200 Tieren, Tendenz eher zunehmend. «Für das Zürcher Oberland bedeutet das 150 bis 160 Tiere», sagt er.

Das Rafzerfeld (Gemeinden Hütwangen, Wil, Rafz) ist ein weiterer Standort. Dort leben Sikahirsche. Sie sind deutlich kleiner als Rothirsche, und ihr Fell besitzt weisse Flecken. «Der Sika wanderte aus dem süddeutschen Raum ein», erklärt Zinggeler-Zgraggen. Diese Hirschart ist unerwünscht und wird intensiv gejagt. Was nicht so einfach ist, da sie sehr scheu und vorsichtig ist.

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