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Zolliker Pfarrerstreit flammt wieder auf

Eine Interessengemeinschaft wirft der Kirchenpflege vor, sie spalte die Zolliker und die Zumiker Katholiken. Sie fordert auf ihrer Homepage eine baldige Pfarrerwahl.

Zollikon/Zumikon - In der Kirchgemeinde Zollikon-Zollikerberg-Zumikon brodelt es erneut. Offenbar sind die Wunden nach der Auseinandersetzung um Pfarradministrator Albin Keller nicht verheilt. Der Churer Bischof Vitus Huonder hatte diesem im letzten Jahr gekündigt - Hintergrund waren unüberbrückbare Differenzen zwischen Keller und Diakon Josef Sowinski gewesen. Worum es dabei genau ging, kam nie an die Öffentlichkeit. Das Bistum machte die Entlassung auf Druck der Bevölkerung wieder rückgängig. Albin Keller wirkt nun bis zur Wahl eines neuen Pfarrers in Zollikon Dorf als Seelsorger, Sowinski ist in der Pfarrei St. Michael in Zollikerberg-Zumikon tätig.

Doch der Kompromiss hat offenbar nicht die gewünschte Wirkung erzielt: Die Kirchgemeinde scheint nach wie vor gespalten zu sein. Eine Interessengemeinschaft (IG) ruft nun auf der Internetsite www.ig-stmichael.ch dazu auf, «die tatsächlichen Verhältnisse in der Kirchgemeinde zu klären». Die IG kritisiert insbesondere die Kirchenpflege, die während des Konflikts Albin Keller unterstützt hatte.

Die Kirchenpflege, so der Vorwurf, mache sich nur für einen Teil der Gemeinde stark und informiere einseitig. Die Art und Weise, wie politisiert, diffamiert und ausgegrenzt werde, sei unfair, schreibt die IG im Internet. Deren sechs Mitglieder, die alle in Zollikerberg und in Zumikon wohnen, stellen sich hinter Gemeindeleiter Sowinski. Sie sind der Ansicht, dass diesem Unrecht widerfahren ist: Man habe versucht, den Diakon mit Mobbing und Drohungen wegzuekeln. Die Kirchenpflege und Keller hätten nicht den Mut, im Konflikt die Karten offen auf den Tisch zu legen.

Präsident soll zurücktreten

Die IG fordert eine möglichst baldige Pfarrerwahl sowie die rasche Ablösung der Kirchenpflege, insbesondere des Präsidenten Erich Schneider und der Vizepräsidentin Elisabeth Schlumpf. Brisant daran: In fünf Wochen, am 22. April, besetzt die Kirchgemeindeversammlung die Kirchenpflege für die nächste Amtsperiode neu.

Der Zolliker Kirchenpflegepräsident Erich Schneider war für den «Tages-Anzeiger» für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen nicht erreichbar. Zuvor hatte er gegenüber der «Zürichsee-Zeitung» verlauten lassen, er wolle sich nicht zur Website äussern. Verstummt ist mittlerweile auch die Interessengemeinschaft. Die Gruppierung werde sich mit der Kirchenpflege zu einer Aussprache treffen und bis dahin keine Auskunft geben, sagte ein Mitglied der IG auf Anfrage.

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