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Zollikon errichtet das neue Pflegezentrum in Eigenregie

Ein privater Investor brächte laut Gemeinderat derzeit zu viel Unsicherheit. Damit es weitergeht, baut er selbst.

Von Marius Huber Zollikon – Dass Zollikon ein neues Wohn- und Pflegezentrum als Ersatz für die beiden bisherigen bekommt, ist bekannt. Weniger klar waren bislang die Antworten auf die entscheidenden Fragen, wer es bauen und später betreiben würde. Denn anders als früher übernehmen die Gemeinden solche Aufgaben heute nicht mehr zwangsläufig selbst. Stattdessen ziehen sie oft eine Partnerschaft mit privaten Unternehmern in Betracht, aus Effizienzgründen und um den eigenen Haushalt zu entlasten. Im aktuellen Fall hat der Gemeinderat nun aber zumindest fürs Erste den traditionellen Weg eingeschlagen, wie er in einer Medienmitteilung schreibt. Er will das neue Wohn- und Pflegezentrum Blumenrain, das an der Grenze zu Zürich entstehen soll, in Eigenregie bauen. Trotz des Millionendefizits bei den Gemeindefinanzen, das Finanzvorstand Martin Byland (FDP) im Mai präsentieren musste. Am neuen Zentrum werde nicht gerüttelt, hatte Byland schon damals klargemacht. Kein Entscheid zum Betreiber Noch offen bleibt, ob das Zentrum Blumenrain dereinst auch von der Gemeinde selbst betrieben wird oder ob eine private Trägerschaft zum Zug kommt. Die gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen seien derzeit für einen seriösen Entscheid zu unsicher, schreibt der Gemeinderat. Hauptgrund für die Unsicherheit sei «das unter Hochdruck durch den Kantonsrat gepeitschte Pflegefinanzierungsgesetz», heisst es in seiner Mitteilung. Weil noch nicht klar ist, wie sich dieses auswirkt, haben private Pflegeunternehmen zurzeit Hemmungen, sich auf Abenteuer einzulassen. Das zeigte sich erst kürzlich in Opfikon, wo die Tertianum AG als Investorin ausstieg. Derartige Turbulenzen sollen sich in Zollikon nicht wiederholen, entschied der Gemeinderat. Damit war auch klar, dass er den Bau selbst an die Hand nehmen muss, wenn man vorwärtsmachen will. Die Alternative – nämlich dass sich ein privater Investor am Bau beteiligt und dafür später auch den Betrieb übernommen hätte – war hinfällig geworden. 2016 soll es in Betrieb gehen Die Kosten für das Projekt werde man auch so unter Kontrolle behalten, ist der Gemeinderat überzeugt. Um wie viel Geld es genau geht, ist noch nicht zu beziffern, bevor der laufende Projektwettbewerb Ende Jahr entschieden ist. Ziel des Gemeinderates ist es, dass das neue Wohn- und Pflegezentrum im Jahr 2016 bezogen werden kann. Dafür muss das Projekt aber noch mehrere Abstimmungen heil überstehen. An der Gemeindeversammlung vom 8. Dezember geht es zunächst einmal um eine notwendige Zonenplanänderung. Was den Entscheid über den künftigen Betreiber angeht, sieht sich die Gemeinde nicht unter Zeitdruck. Man könne das Zentrum problemlos wie bis anhin selber führen und erst später über eine andere Trägerschaft entscheiden, erklärt Daniel Bosshard, der Leiter der Gesundheitsabteilung. Die Chancen, einen Privaten zu finden, der im Auftrag der Gemeinde das neue Wohn- und Pflegezentrum betreibt, stünden gut, denn das Gebäude werde modernen Standards entsprechen.

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