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Zollikon verliert massiv an Steuereinnahmen

Dass Zollikon den Steuerfuss um 6 Prozentpunkte auf 85 Prozent erhöht, ist bekannt. Jetzt liefert der Gemeinderat die Gründe dafür.

Von Patrick Gut Zollikon &endash Trotz der Steuererhöhung rechnet der Zolliker Gemeinderat im kommenden Jahr mit einem Verlust von 10,5 Millionen Franken, und das bei einem Gesamtaufwand von 162,3 Millionen Franken. Drei Faktoren bereiten dem Gemeinderat beim Budget 2012 laut einer Mitteilung von gestern grosse Sorgen: die rückläufigen Steuererträge, das Wachstum der nicht beeinflussbaren Ausgaben und der hohe Investitionsbedarf. Die Steuererträge seien seit 2008 massiv zurückgegangen, schreibt der Gemeinderat. Damals lag der Ertrag noch bei 121 Millionen Franken. Für das Jahr 2011 budgetiert er noch 112 Millionen Franken. Hochrechnungen von Anfang Oktober liessen nun aber einen Steuerertrag von nur gerade 97 Millionen Franken erwarten. Es klaffe also ein Loch von 15 Millionen Franken, das durch tiefere Zahlungen in den Finanzausgleich nur teilweise kompensiert werden könne. Für das kommende Jahr budgetiert der Gemeinderat Steuereinnahmen in der Höhe von 104 Millionen Franken. Dies gelte aber nur bei einem Steuerfuss, der von 79 auf 85 Prozent erhöht werde. Die Aufwendungen, die die Gemeinde beeinflussen kann, seien seit 2005 um 2,2 Millionen Franken angestiegen. Das entspreche einer Zunahme von 4,9 Prozent. Bei einer Teuerung von 4,5 Prozent im selben Zeitraum bedeutet das praktisch stabile Kosten. Dies sei möglich gewesen durch Effizienzsteigerung und Professionalisierung. Weitere Einsparungen seien jetzt nur noch möglich, indem man Qualitätseinbussen in Kauf nehme oder aber auf Leistungen der Gemeinde verzichte. Betroffen wären laut Gemeinderat vor allem die Bereiche Sport, Kultur, Vereinswesen oder die Schule. Er will die Leistungen aber aufrechterhalten, kann sich aber vorstellen, einzelne Beiträge vorübergehend zu kürzen oder zu sistieren. Auf die Rendite verzichten Sparen will der Gemeinderat vor allem beim baulichen Unterhalt und bei den Investitionen. So hat er das Investitionsvolumen gegenüber dem Budget 2011 um 8,6 Millionen Franken reduziert. Für den Unterhalt der Liegenschaften im Verwaltungs- und Finanzvermögen sind 2,6 Millionen Franken vorgesehen. «Dieser Betrag liegt an der unteren Grenze des noch Vertretbaren», schreibt der Gemeinderat. Kurzfristig werde der Haushalt zwar entlastet, bei den Finanzliegenschaften verhindere das aber die Verbesserung der Rentabilität. Mittel- bis langfristig staue sich so der Sanierungsbedarf. Damit Zollikon als Wohn- und Arbeitsplatzgemeinde attraktiv bleiben kann, ist für den Gemeinderat eine Steuerfusserhöhung «unausweichlich». Die Gemeindeversammlung wird am 7. Dezember darüber abstimmen.

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