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Züge sollen weiterhin in Sihlbrugg halten

Der Widerstand gegen die Schliessung der Bahnstation Sihlbrugg wächst: Nun wehren sich neben Pro Sihltal auch die Gemeinde und der Wildnispark.

Von Arthur Schäppi Sihlbrugg – Die rund 2200 Unterschriften, die die Vereinigung Pro Sihltal letztes Jahr für ihre Petition sammelte, lassen SBB und ZVV bislang offensichtlich unbeeindruckt: Sie wollen weiterhin an der ersatzlosen Streichung der Bahnstation Sihlbrugg per Dezember 2012 festhalten. Die dichtere Zugsabfolge auf der Strecke zwischen Thalwil und Zug liesse keine Zeit für Zugshalte an der Station Sihlbrugg mehr zu, begründen die Unternehmen. Diese Neuerung läuft unter dem technischen Titel «vierte Teilergänzung der Zürcher S-Bahn». Doch mittlerweile hat die Opposition massiv an Gewicht gewonnen. Neben Pro Sihltal kämpfen jetzt auch die Gemeinde Horgen, der Wildnispark Zürich sowie die Standortförderung Zimmerberg-Sihltal für die Zugshalte in Sihlbrugg. Als Alternative würden sie auch befürworten, Sihlbrugg anders an den öffentlichen Verkehr anzubinden. Sie wehren sich auf zwei Ebenen: Einerseits mit Einsprachen gegen die erwähnte vierte Teilergänzung der S-Bahn Zürich; sie war vor wenigen Monaten vom Bundesamt für Verkehr öffentlich aufgelegt worden und sieht den Abbruch von Sihlbrugg Station vor. Und andererseits mit entsprechenden Stellungnahmen zum Fahrplan 2012/13, der vom ZVV vom 14. bis 25. März öffentlich aufgelegt worden ist. Danach würde die Station Sihlbrugg ab Dezember 2012 nicht mehr bedient.In beiden noch hängigen Verfahren verlange die Gemeinde, den Bahnhof im Ortsteil Sihlbrugg langfristig zu erhalten, sagt Horgens Gemeindeschreiber Felix Oberhänsli. Der Gemeinderat habe in seinen Stellungnahmen deutlich gemacht, dass er das Bedürfnis des Wildnisparks und der Einwohner im Weiler Sihlbrugg nach einer angemessenen Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr für absolut berechtigt halte. Die Gemeinde Horgen wäre laut Oberhänsli in zweiter Priorität höchstens bereit, eine befristete Stilllegung des Bahnhofs Sihlbrugg zu akzeptieren. Während dieser Zeit müsste Sihlbrugg aber anders mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen werden. Bund verlangt mehr ÖV Aktiv geworden ist auch der Wildnispark – mit einer Einsprache gegen die vierte Teilergänzung der S-Bahn sowie einem Fahrplanbegehren zugunsten der Zugshalte in Sihlbrugg. Der Geschäftsführer des Parks, Christian Stauffer, kritisiert, der südliche Teil des Wildnisparks würde mit einer ersatzlosen Aufgabe der Station Sihlbrugg vom öffentlichen Verkehr abgehängt. Dabei sei der Wildnispark mit dem Label Naturerlebnispark vom Bund ausdrücklich dazu verpflichtet worden, die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr zu verbessern, sagt er. Auch die Leistungsvereinbarung mit Stadt und Kanton Zürich, den Bezirksgemeinden sowie die Umweltschutzorganisation Pro Natura als Träger des Wildnisparks sehe eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr vor. Standortförderung kritisiert Mit einer Einsprache hat sich auch die Standortförderung Zimmerberg-Sihltal eingeschaltet. Geschäftsführer Beat Ritschard sagt: «Es kann doch nicht sein, dass der Bund dem Wildnispark ein nationales Label verleiht und die Bahnunternehmen SBB und ZVV anschliessend Sihlbrugg nicht mehr bedienen. Wir beharren nicht unbedingt auf den Zugshalten, verlangen aber, dass Sihlbrugg Station und damit der südliche Teil des Parks weiterhin mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar bleibt.»

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