Zürisee-Schiffe mit verbotenem Mittel geputzt

Beim Frühlingsputz der Passagierschiffe sind Reinigungsmittel in den See gelangt. Die Polizei ermittelt.

Damit ein Schiff so sauber ist, braucht es Putzmittel. Für den See ist das aber heikel.

Damit ein Schiff so sauber ist, braucht es Putzmittel. Für den See ist das aber heikel.

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Eine neue Firma ist seit Anfang Jahr für die Reinigung der Flotte der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) verantwortlich. Und die Arbeit der Solothurner Stampfli AG begann gleich mit einem Skandal. Die Firma hat bei der Generalreinigung der Schiffe Putzmittel eingesetzt, die gegen die geltenden Gewässerschutzbestimmungen verstossen. Diese Zeitung hatte die Vorfälle kürzlich publik gemacht. Die ZSG hat den Einsatz der Putzmittel umgehend verboten.

Nun reagieren die Behörden. Die Stadtpolizei Zürich hat Ermittlungen aufgenommen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Dies bestätigen sowohl die Stadtpolizei als auch die Zürcher Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Bei der ZSG wiegelt man ab und äussert sich nicht konkret zu den Ermittlungen: «Die Polizei ist mit uns noch nicht in Kontakt getreten», sagt Mediensprecherin Wiebke Sander.

Awel untersucht auch

Die polizeilichen Ermittlungen sind aber nicht das einzige Ungemach, das der ZSG und der Reinigungsfirma Stampfli droht. Auch das Zürcher Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) ist aktiv geworden. Es hat ein sogenanntes Verwaltungsverfahren an die Hand genommen. Damit wäre es möglich, eine sogenannte Verfügung zu erlassen und so konkrete Anordnungen rund um den Einsatz der Putzmittel zu treffen.

Die Sache mit den falschen Putzmitteln ist den Beteiligten nach wie vor sichtlich unangenehm – entsprechend wortkarg gibt man sich: «Bitte beachten Sie, dass das Awel nicht mit der ZSG, sondern mit der Stampfli AG in Verbindung steht», teilt ZSG-Sprecherin Wiebke Sander mit. Sie sagt weiter, Gespräche hätten kurz nach dem Bekanntwerden des Putzmitteleinsatzes stattgefunden, derzeit aber nicht mehr.

Beim Awel hat man wenig Freude ob dieser Aussage und findet sie «missverständlich». Amtssprecher Wolfgang Bollack betont: «Selbstverständlich ist das Awel auch in direkter Verbindung mit der ZSG.» Aufgrund des Verwaltungsverfahrens sei das Amt jedoch nicht befugt, weitere Auskünfte zu erteilen.

Seit die Vorwürfe an die Reinigungsfirma Stampfli publik wurden, hüllt auch sie sich in Schweigen. «Intern sind Abklärungen im Gange und der Vorfall wird geprüft», teilte die Firma vor rund zwei Wochen mit. Mehrere Nachfragen blieben seither unbeantwortet. Das erstaunt, denn neben dem Einsatz der illegalen Putzmittel wird der Reinigungsfirma auch vorgeworfen, ihre Arbeitnehmer nur ungenügend für die Arbeit mit den Putzmitteln geschützt zu haben.

Erstellt: 27.03.2019, 12:58 Uhr

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