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Zum Glück: Molotowcocktail explodierte nicht

Ein Computerspiel soll zwei Männer inspiriert haben, einen Molotowcocktail zu bauen. Diesen warfen sie einem Bekannten in Horgen in die Wohnung. Der Brandsatz explodierte nicht. Wegen versuchter Brandstiftung verurteilte sie das Bezirksgericht zu Freiheitsstrafen.

Au/Horgen - Pennen, saufen und gamen: So sah der Alltag von zwei Kollegen aus der Au im Frühjahr 2008 aus. Das Geld kam vom Sozialamt und wurde jeweils rasch in Alkohol umgesetzt.

Im April 2008 verbrachten die zwei einen weiteren feuchtfröhlichen Abend. Sie becherten in rauen Mengen Whisky und Bier. Die zwei waren schwer alkoholisiert, als das SMS eines weiteren Bekannten eintraf. Er forderte den einen der Männer auf, seine Schulden von 50 Franken zu begleichen.

Von den Betrunkenen wurde das als «grobe Provokation» angesehen. Möglicherweise beeinflusst vom Spiel «Grand Theft Auto», bastelten sie einen Molotowcocktail. Sie verwendeten eine leere Bierflasche, eine Anzündflüssigkeit von Coop und als Lunte blaues Toilettenpapier. Ausgerüstet mit dem Molotowcocktail, begaben sie sich per Bus nach Horgen zur Wohnung des Bekannten. Dort schmiss der eine mit einem Stein das Fenster ein, der andere warf den entzündeten Brandsatz hinterher.

Die Bierflasche zersprang nicht, und es kam zu keinem weiteren Schaden. Wie die spätere Untersuchung zeigte, wäre der Brandsatz ohnehin nicht explodiert. Die Flüssigkeit hätte die Lunte gelöscht, wenn die Flasche zersprungen wäre. Zu wenig explosiv war die Flüssigkeit. Gestern mussten sich die Männer wegen versuchter Brandstiftung vor dem Horgner Bezirksgericht verantworten. Der eine Angeklagte tauchte nicht zur Verhandlung auf.

Die Kurve gekriegt

Der andere gestand die Tat und zeigte sich reuig. Inzwischen hat er eine Lehrstelle als Servicefachangestellter in einem Skisportort in Aussicht. Heute konsumiere er weder Alkohol noch Drogen. «Ich liebe meinen Beruf über alles», sagte er den Richtern. Wie es im April 2008 zur Tat gekommen war, konnte der Mann nicht erklären. Nur Dummheit und der Alkoholkonsum könnten dafür verantwortlich sein. Und mit dem exzessiven Alkoholkonsum habe der heute 21-Jährige 2005 begonnen, weil er damals sexuell missbraucht worden sei. Ganz anders präsentiere sich seine heutige Situation. «Ich habe die Kurve gekriegt. Das sagt auch mein Grosi.»

Für die versuchte Brandstiftung forderte die Staatsanwaltschaft eine zwölfmonatige bedingte Freiheitsstrafe. Die beiden Verteidiger - beim abwesenden Angeklagten erschien die amtliche Verteidigerin am Prozess - plädierten auf bedingte Geldstrafen von 240 Tagessätzen zu 30 Franken. Die Staatsanwaltschaft habe nicht berücksichtigt, dass nur ein geringer Schaden entstanden sei. Das Strafmass sei zu reduzieren.

Das Gericht folgte dieser Argumentation. Trotzdem verhängte es bedingte Freiheitsstrafen von 10 Monaten für den anwesenden respektive 12 Monaten für den abwesenden Angeklagten. Das Verschulden sei erheblich. «Man stelle sich vor, ihr Plan wäre aufgegangen», sagte der vorsitzende Richter.

Positiv im Sinne der Angeklagten berücksichtigte das Gericht die Geständnisse, dass die Täter alkoholisiert waren und dass es sich lediglich um einen Versuch gehandelt habe. Der anwesende Angeklagte wurde zudem weniger hart bestraft, weil er vor Gericht einen sehr guten Eindruck hinterlassen hatte.

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