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Zumikon verkauft seine Kindergärten

Zumikon - Der ehemalige Zumiker Kindergarten Hohfurren verschwindet bald von der Bildfläche: Das Gebäude auf dem 1443 Quadratmeter grossen Gelände soll abgerissen werden und zwei Doppel-Einfamilienhäusern mit Sammelgarage weichen. Dies geht aus einem Baugesuch hervor, das letzte Woche publiziert wurde.

Schon jetzt liegt der Kindergarten verlassen da. Der Garten ist verwildert, die Fassade des Gebäudes ist an einigen Stellen grün verfärbt. Vor allem aber zeugen die Baugespanne für die Wohnhäuser davon, dass die Zeit des Kindergartens abgelaufen ist.

Die Schule benötigt das Gebäude nicht mehr, weil sie alle Kindergärten im Dorf zentral im Schulhaus Farlifang untergebracht hat. Deshalb suchte die Schule einen Käufer für die Liegenschaft - für einen Mindestpreis von 1,65 Millionen Franken.

Wehmütige Zumiker

Obwohl die Schule für den Verkauf den Segen der Gemeindeversammlung erhalten hat, können sich viele Zumiker nicht recht damit anfreunden, dass die dezentralen Kindergärten im Dorf verschwinden. Ausser dem Kindergarten Hohfurren hat die Schule auch die Liegenschaften im Weizenacher und am Dorfplatz endgültig aufgegeben. Einige Zumiker befürchten, dass die Liegenschaften der Schule fehlen werden, falls später viele neue Familien zuziehen.

Die Schule dagegen bezeichnete an der Gemeindeversammlung eine sol-che Entwicklung als illusorisch. Zudem braucht sie das Geld für das geplante Schulzentrum Farlifang, das 19 Millionen Franken kostet. 1,9 Millionen Franken habe der Verkauf des Kindergartens Hohfurren eingebracht, sagt Schulpräsident Martin Kessler auf Anfrage.

Bereits verkauft ist auch der ehemalige Kindergarten am Dorfplatz. Bisher war dort der Kindergarten der privaten Inter-Community School einquartiert. Nun hat ihn die Politische Gemeinde für 1,44 Millionen Franken erstanden, um den Hort Chinderhuus, der sich nebenan befindet, auszubauen. Der dritte Kindergarten, jener im Weizenacher, soll ebenfalls verkauft werden - für mindestens 2,8 Millionen Franken.

Der Erlös aus den Kindergärten deckt fast ein Drittel der Kosten für das neue Schulzentrum. Den Hauptanteil macht aber die Abgabe des Schulhauses Juch aus, das die Schulgemeinde ebenfalls nicht mehr benötigt. Es soll für 30 Jahre an die zweisprachige Lakeside School gehen, die heute in Küsnacht zu Hause ist. Das würde weitere 10 Millionen Franken einbringen, allerdings muss die Gemeindeversammlung dem Geschäft erst noch zustimmen. Bei einem Ja hätte die Schule über 16 Millionen Franken für das neue Zentrum zusammen.

Kritiker, die kürzlich in Leserbriefen monierten, die Schule habe die Kosten nicht im Griff, verweist Schulpräsident Kessler daher in die Schranken. «Die Kosten für das Schulzentrum Farlifang sind ohne Fremdkapital gedeckt», sagt er. Denn die Schule erhalte für die Abgabe des Juchs nebst dem Kaufpreis von 10 Millionen Franken jährlich einen Baurechtszins. Über dem verwaisten Kindergarten Hohfurren deuten Baugespanne die Ausmasse der hier geplanten Gebäude an. Foto: Sabine Rock

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