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Zwei Teams kämpfen um eine Scheibe

Ultimate Frisbee in Rüti: Eine Randsportart ohne Schiedsrichter, bei der sich die Spieler die Bäuche vollschlagen und abends in der Badi feiern.

Rüti. - Alle Jahre wieder treffen sich Fans und ambitionierte Frisbee-Spieler auf der Wiese des Schanz-Schulhauses in Rüti zum Ultimate Frisbee. «Es ist schon das 19. Mal, das wir hier sind», sagt Mitorganisator Philipp Ochsenbein. Er ist selber in einem Team mit dabei und trainiert jeden Mittwoch auf dem Schulhof. Seine Freundin Andrea Schoch hingegen ist für das Zujubeln und die Verpflegung zuständig. «Mich reizt es nicht, selber auf dem Feld rumzuspringen, das Zuschauen macht mir aber grossen Spass.» Die Stimmung sei immer sehr familiär und friedlich, das geniesse sie. Das mag daran liegen, dass es in dieser Sportart keinen Schiedsrichter gibt. Das ganze Spiel basiert auf Fairness: «Der Sieg steht im Hintergrund, es ist viel wichtiger miteinander zu spielen und Spass zu haben», sagt Ochsenbein. Auch in höheren Ligen seien nur Punktezähler nötig.

Geschlecht nicht relevant

Zwei Teams zu je fünf Spielern treten gegeneinander an, hierbei ist das Geschlecht nicht relevant. «Es gibt auch reine Männer- oder Frauenteams, das ist jedoch nicht massgebend für den Sieg», erklärt Hermann Inglin, der die hungrigen Sportler mit Würsten versorgt. Das Spiel wird auf einem Raum von 50 auf 18 Metern durchgeführt. Wer nach 15 Minuten mehr Punkte erzielt hat, gewinnt. Punkte gibt es, wenn man einem Mitspieler, der in der sogenannten Endzone steht, einen Pass zuspielt. Der Frisbee darf den Boden nie berühren, sonst kommt die gegnerische Mannschaft zum Zug.

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Die vielen farbigen Scheiben, die wie Untertassen durch die Luft fliegen, zeigen die Eleganz der Sportart. Geübte Sportler können über mehrere Dutzend Meter haargenaue Pässe spielen. «Die Dynamik und Action faszinieren mich am Ultimate Frisbee», sagt Jean-Claude Grässli, der mit seinem Team bereits einige Punkte erzielt hat. Wenn sie ihren Vorsprung beibehalten, dürfen er und seine Kollegen als Erste zum Gabentisch. «Jeder bekommt ein Geschenk», erklärt er. «Das Privileg als Gewinner ist, das man die Qual der Wahl hat, aus den schönen Dingen auszusuchen.» Bevor es jedoch soweit ist, schlagen sich die Athleten die Bäuche voll. Am Abend geht es dann in die Badi zum Feiern. Grässli kommt seit sechs Jahren aus Zug zu diesem Turnier. Mit seiner Equipe campiert er jeweils neben dem Rasen. «Pizza, gute Musik und in der Nacht ins Schwimmbad springen - was will man noch mehr?», fragt er, ohne eine Antwort zu erwarten.

Nach dem zweitägigen Turnier geht es wieder los mit dem Training. Denn nächstes Jahr wollen die Mannschaften erneut ihr Können beweisen. Dann werden sich die Frisbee-Begeisterten zum 20. Mal auf der Schulhauswiese Schanz versammeln und ihre Randsportart geniessen - wie immer ohne Schiedsrichter.

Philipp Ochsenbein.

Andrea Schoch.

Hermann Inglin.

Der Einsatz stimmt - schliesslich dürfen sich die Sieger als Erste am Gabentisch bedienen.

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