43 212 hat einen Traum

Erfolgreicher war keine Revolution: Das Musical «Les Misérables» haben 120 Millionen Menschen gesehen.

Hört ihr das Volk singen? Die Elenden wollen aus dem Dunkeln ins Scheinwerferlicht.

Hört ihr das Volk singen? Die Elenden wollen aus dem Dunkeln ins Scheinwerferlicht. Bild: Helen Maybanks/zvg

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5000
Eigentlich wollten die Schauspieler sich schon einen neuen Job suchen. Denn die Zeitungen verrissen die Premiere. «Blöde Unterhaltung» hiess es 1985 über «Les Misérables». Das Publikum sah es anders. Tags darauf gingen 5000 Tickets weg. Der Rest ist Erfolgs­geschichte.

52
«Les Misérables» schlägt alle Rekorde. In 52 Ländern wurde das Musical bisher aufgeführt, in 22 Sprachen die Geschichte übersetzt. Alles in allem: 120 Millionen Menschen besuchten eine Vorstellung. Das erste Mal wird nun die ­englischsprachige Originalversion in der Schweiz gezeigt. In Zürich beginnt die GB-Irland-Tour.

Unendlich
Gleichzeitig unterwegs sind zurzeit Produktionen in Nordamerika und Japan. Dazu wird in London «Les Mis» im Sondheim Theatre gezeigt. Das Musical ist so etwas wie ein Perpetuum mobile geworden. Und auch wer nie in einer Vorstellung war, kennt die Songs «Bring Him Home», «I Dreamed a Dream». Und kennt auch das Bild des Mädchens auf dem Plakat.

2 ½
Banksy war da. Der anonyme britische Street-­Art-Künstler hat das Mädchen Cosette – Emblem des Musicals – 2016 in eine Tränengaswolke gehüllt. Mit dem Bild des weinenden Kinds protestierte er gegen die Räumung des Flüchtlingscamps in Calais. Zweieinhalb Tage war das Graffito auf einer Mauer gegenüber der französischen Botschaft in London zu sehen. Als Aufruf zur Solidarität mit all den Elenden der Welt.

24 601
Zum 25. Geburtstag des Musicals gabs in London gleich drei verschiedene Versionen zu sehen: die Originalproduktion im The Queen’s Theatre, eine Neu­fassung zum Jubiläum im The Barbican – und das Spezialkonzert in der O2-Arena. Gleich vier Jean Valjeans standen zum Lied «Bring Him Home» auf der Bühne. In Zürich wird es Dean Chisnall sein. Die Nummer des Ex-Gefangenen Valjean ist immer noch ­dieselbe: 24 601.

1027
Natürlich kann man sich auch andere Musicals ansehen. Könnte aber Geldverschwendung sein. Sally Frith aus Gloucestershire geht kein Risiko ein. 1027-mal hat sie «Les Mis» besucht. Das war Stand 2016. Mehr als 50 000 Franken gab sie für Tickets aus. «Jeder Abend ist anders», sagt der Super-Fan. Ein paar Abende werden bis heute dazugekommen sein.

43 212
Susan Boyle startete 2009 mit dieser Nummer an der Casting-Show «Britain’s Got Talent». Das erste Lied, das sie sang, war «I Dreamed a Dream». Man belächelte zuerst die Frau aus Blackburn, West Lothian, mit der unvorteilhaften Frisur. Ihr Auftritt wurde zur Weltsensation. Boyle ist noch immer im Musikgeschäft, gerade kam ihr Album «Ten» raus.

1 +
Die «Züritipp»-Redaktion hat Nachhol­bedarf. Die wenigsten haben «Les Misérables» ­gesehen. Aber einige werden jetzt ins Theater 11 gehen.


Les Misérables
Von Schönberg / Boublil
Regie: James Powell & Laurence Connor

Ein Stück bewegt die Welt – auch auf der Strasse. In Hongkong sitzen heute junge Leute auf dem Boden und singen eine Hymne der Bewegung, es ist «Do You Hear the People Sing» aus dem Musical «Les Misérables». Der Text: «Hörst du, wie das Volk erklingt? Von unsrer Wut erzählt der Wind. Das ist die Symphonie von Menschen, die nicht länger Sklaven sind.» Als der Komponist Claude-Michel Schönberg und der Librettist Alain Boublil 1980 in Paris ihr Musiktheater nach dem Roman von Victor Hugo auf die Bühne des Palais des Sports brachten, sah das nach einer eher endlichen Geschichte aus. Was geht die Welt schon ein Ex-Sträfling wie Jean Valjean an, der ­ 19 Jahre im Gefängnis sass? Der britische Produzent Cameron Mackintosh machte daraus einen Welterfolg: «Les Misérables» ist zu einer Chiffre geworden: für mehr Menschlichkeit. Das tönt doch gut. (bu)

Di 21.1. bis So 23.2.
Theater 11
Thurgauerstr.7
Eintritt 70–140 Franken
www.musical.ch

Erstellt: 20.01.2020, 09:40 Uhr

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