Das Phantom der Literatur

Wie eine Lesung organisieren, wenn man nicht weiss, wer das Buch geschrieben hat? Das Kaufleuten wagt das Experiment mit einem Elena-Ferrante-Abend.

So lustig kann eine Frauenfreundschaft sein. Und so lukrativ!

So lustig kann eine Frauenfreundschaft sein. Und so lukrativ! Bild: Getty Images

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Neapel, die 50er-Jahre, zwei Freundinnen, eine verschwindet... Na, klingelts? Wer Elena Ferrantes vierteilige «Neapolitanische Saga» gelesen hat, dürfte jetzt ganz hibbelig geworden sein. Sagen jedenfalls alle, die sie gelesen haben.

Schon lange hat kein Roman mehr für derart viele durchlesene Nächte gesorgt wie dieser, und zwar so ziemlich weltweit. Dabei ist es nicht nur die gnadenlos gut geschriebene Geschichte von Lila und Elena und ihren so unterschiedlich verlaufenen, schicksalhaft verschränkten Lebenswegen, die hohe Wellen schlägt. Sondern natürlich auch die Tatsache, dass man nicht weiss, wer das Ganze eigentlich geschrieben hat: Elena Ferrante ist ein Pseudonym; und auch wenn sich schon mancher an der Enttarnung der dahintersteckenden Person versucht hat: Bestätigt wurde nie etwas.

Wenn jetzt also das Kaufleuten zu einer Ferrante-Lesung lädt, dann muss man sich das folgendermassen vorstellen: Anwesend sein werden erstens das Schauspielhaus-Ensemblemitglied Susanne-Marie Wrage, um aus allen vier Bänden vorzulesen, und zweitens Karin Krieger, die Ferrantes Meisterwerk in Rekordzeit aus dem Italienischen ins Deutsche übersetzt hat. Wie es war, mit der geheimnisvollen Autorin zu mailen, und ob man derart nah dran am Werk von jemand anderem auch einmal eine Identitätskrise hat, verrät sie im Gespräch dem TA-Literaturkritiker Martin Ebel.

Und wer weiss: Vielleicht sitzt die Ferrante ja im Publikum. Möglich wärs.

So, 20.00 Uhr (Züritipp)

Erstellt: 02.05.2018, 16:02 Uhr

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