Vorhang auf!

Spätestens, wenn der Pfauen im Herbst die Tore öffnet, ist klar: Es wird wieder Theater gespielt. Drei Premieren und noch mehr Saisonstarts.

Polly (Elisa Plüss) und ihr schöner Mackie (Jirka Zett) aus der «Dreigroschenoper».

Polly (Elisa Plüss) und ihr schöner Mackie (Jirka Zett) aus der «Dreigroschenoper».

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Winterreise
Im Januar 2017 unternahm das neu gegründete Exil Ensemble mit Profischauspielern aus Afghanistan, Syrien und Palästina eine Reise durch Deutschland und nach Zürich. Der Schauspieler Niels Bormann wollte den Kollegen zeigen, das diese Orte mehr sind als Hitler, Trachten und Käse. Die Regisseurin Yael Ronen hat daraus ein Stück gemacht – eine Koproduktion von Gorki-Theater und Schauspielhaus. Von der Berliner Premiere ist bekannt, dass man da viel lachen kann über offene Beziehungen, die Pegida und deutsche Toiletten, aber auch ein ernst zu nehmendes Ensemble und die individuellen Geschichten dahinter kennen lernt.
Sa (ZH-Premiere) 20 Uhr, So 15 Uhr, Pfauen Bis 2.10.

Welches Jahr haben wir gerade
Es sei ein schlichter Text mit vielen Fragezeichen, sagt Regisseurin Mélanie Huber. Das Stück der Iranerin Afsane Ehsandar vermittelt nur eine ?Ahnung davon, was mit der Frau und dem Mann, die da miteinander sprechen, passiert ist. Von Flucht ist da die Rede, von Demütigung, Gefängnis, Bleiberecht. Huber hat daraus eine mehrstimmige musikalische Collage gemacht, die sich ganz auf die Sprache konzentriert und das Unaussprechbare umkreist, bis daraus eine Geschichte wird.
So (ZH-Premiere), Di 19.30 Uhr, Pfauen-Kammer Bis 15.10.

Die Dreigroschenoper
Wenn ein Stück so gut wie allen bekannt ist, dann sind die Erwartungen hoch. Wenn dann noch die Brecht-Erben und die Weill-Nachkommen verbieten, dass man irgendetwas am Text respektive der Musik ändere, dann muss sich die Regie etwas einfallen lassen. Tina Lanik, die findet, dass es gut sei, auch mal mit etwas streng Vorgegebenem arbeiten zu müssen, erzählt die Geschichte um Mackie Messer, Peachum und dessen Tochter Polly ganz aus Frauensicht. Und das nicht nur, weil alles durch die Augen von Polly betrachtet wird, sondern auch, weil sich hinter der Bühne mit Lanik, der musikalischen Leiterin, der Ausstatterin und der Bühnenbildnerin ein reines Frauenteam über Brechts rücksichtslose Männerwelt Gedanken gemacht hat.
Do (Premiere), Mo 20 Uhr; Pfauen Bis 4.11.

(Zueritipp)

Erstellt: 13.09.2017, 15:55 Uhr

Weitere Saisonstarts

Gessnerallee
«Das Böse» von Capri Connection. Die Gruppe untersucht mithilfe von Wagners «Götterdämmerung» das, was wir das Böse nennen.
Premiere: Do 21.9.

Theater Hechtplatz
«Sgt. Pepper – ein Mundartabend». Fröilein DaCapo, Adrian Stern und Musikerkollegen huldigen dem legendären Beatles-Album.
Premiere: Mi 20.9.

Sogar Theater
«Das Leben ist gut» nach Alex Capus. Alexander Prelicht beobachtet als Icherzähler Max kritisch die Welt, die ihn umgibt.
Premiere: Do 21.9.

Theater Neumarkt
«Unterwerfung» nach Michel Houellebecq. Frankreich 2022: In Paris hat eine islamistische Elite die Wahlen gewonnen. Fluch oder Segen?
Premiere: Sa 23.9. Bis 31.10.

Opernhaus
«Jewgeni Oniegin» von Pjotr Tschaikowski. In der Oper gehts um Standesunterschiede und verhindertes Liebesglücks. Regie führt der gefeierte Barrie Kosky.
Premiere: So 24.9.

Theater Winkelwiese
«Perplex» von Marius von Mayenburg. Um die Auflösung letzter sozialer Sicherheit gehts im schrägen Stück, das Manuel Bürgin inszeniert.
Premiere: Fr 29.9.

Spielzeit bereits in vollem Gange: Rote Fabrik, Tanzhaus, Theater Rigiblick, Miller's und Comedy Haus.

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