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Alle wollen einmal König sein

Das Theater Hora untersucht mit «Egotopia» den Egokult. Dabei verfolgt man einen neuen Ansatz und verbildlicht das Phänomen.

Simone Gisler und Fabienne Villiger als traurige Königinnen.
Simone Gisler und Fabienne Villiger als traurige Königinnen.

Dem Durchschnitt angehören: Es scheint eine Zuschreibung zu sein, die es heute mehr denn je zu bekämpfen gilt. Aber was bedeutet das? Was macht dieser Druck, zu den Besten und Schönsten zu gehören, dieser Drang nach Selbstoptimierung mit uns? Das hat sich die Regisseurin Nele Jahnke gefragt. In «Egotopia» versucht sie nun, den allgegenwärtigen Egokult in Bilder zu fassen.

Was daran spannend ist? Die acht Schauspielerinnen und Schauspieler, mit denen Jahnke erneut zusammenarbeitet, sind vom Theater Hora und geistig behindert. Aber auch sie beschäftigen sich im wahren Leben mit dem Traum vom Königsein und orientieren sich an TV-Formaten wie «Deutschland sucht den Superstar» oder «Germany’s Next Topmodel».

«Sie eifern dadurch etwas nach, von dem sie durch ihre kognitive Beeinträchtigung ausgeschlossen sind», sagt Jahnke. Umso interessanter ist es, dass hier unter der Mitwirkung der Horas untersucht wird, was passiert, wenn sich traditionelle Gemeinschaftsformen auflösen und bestenfalls Neues entsteht.

An den Texten fürs Stück hat übrigens auch die Zürcher Schriftstellerin Julia Weber («Immer ist alles schön») mitgeschrieben. Auch das eine Tatsache, die einen Besuch dieses Abends lohnenswert macht.

Di — 20 Uhr Bis 17.11. Rote Fabrik Fabriktheater, Seestr. 395 Eintritt 30 / 20 Franken www.rotefabrik.ch

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