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Mit dem Rollstuhl auf die Venus

«Warum ausgerechnet ich?», fragt die Rollstuhlfahrerin im Stück «Mutter – Motor». Die Antwort geht uns alle an.

Eine körperliche Einschränkung muss nicht zwingend einschränken.
Eine körperliche Einschränkung muss nicht zwingend einschränken.
iStock

Sieben Menschen fragen bei ihren Müttern nach: Welche Träume hattest du als junge Frau? Die Fragenden sitzen in Rollstühlen und können ihre Körper nur wenig bewegen. So stehts im Programm zur neuen Arbeit von Jörg Köppl, er ist Regisseur und Komponist, angekündigt ist eine Audioperformance.

Eine komplizierte Sache könnte es also werden, folgte man den eigenen Vorstellungen: über Behinderungen, Rollenmuster, Geschlechterverhältnisse. Die Antworten auf die Fragen, die die Menschen auf der Bühne stellen, sind aber ganz einfach. Eine Frau auf der Bühne sagt: «Du musst es anders sehen.»

Rollstuhlbahnen wie Planetenumkreisungen

Wir haben selber gesehen, wie sich nach den zwei Stunden auf der Probe vieles verschoben hat. Auf einmal beginnt man, die Sache anders zu sehen und anders auch zu hören; es ist, als ob mit dem Spiel der sieben Protagonisten und der Musik des Ensembles Metanoia sich der Raum des Theaters erweitert hätte.

«Wie weit ist es bis zum nächsten Planeten?», wird da Google gefragt, die Antwort könnte «105 Millionen Kilometer» sein. Aber irgendwie sind wir da schon angekommen, auf der Venus oder dem Mars. Denn wir sehen mit diesem Stück in ein anderes System hinein. Mütter spielen da eine Rolle. Und auch Motoren.

Die Menschen in den Rollstühlen ziehen auf der Bühne ihre Bahnen, als wären sie selber Planeten, und manchmal kreisen sie einfach um sich. Ihre Gefährte machen selber eine Art Musik, das Sirren erfüllt den Raum. Und auf einmal beginnt man diese Musik, diese Sprache zu verstehen.

Do 23.5. (Premiere) bis Mi 29.5. Gessnerallee Gessnerallee 8 Eintritt 16 Frankenwww.gessnerallee.ch

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