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Ein Tenor mit Weisungsbefugnis

Christian Jott Jenny ist auch Gemeindepräsident. Nebenbei gestaltet er den Liederabend «Traktanden nach Noten».

Hat nur wenig Zeit zum Kaffeetrinken: Christian Jott Jenny.
Hat nur wenig Zeit zum Kaffeetrinken: Christian Jott Jenny.

Musikkabarett Treffpunkt ist das Amt für Ideen in der Zürcher Altstadt. Anwesend: Christian Jott Jenny, Gemeindepräsident von St. Moritz seit 2018 und Tenor und sein Produzent Jeremias Dubno. Gemeinsam haben sie den neuen Liederabend «Traktanden nach Noten» entworfen, dessen Untertitel lautet «Il faut aimer ce qu’on a». Es ist das halbe Lebensmotto aus der «Kleinen Niederdorfoper» von Paul Burkhard: Wenn man nicht bekommt, was man liebt, muss man halt lieben, was man hat.»

Jenny fliegt alles zu. Zum Zeitpunkt des Gesprächs ist er gerade auf dem Sprung nach Japan. G-20-Treffen der Touristiker oder so. Die Arbeit eben. Da muss ein St. Moritzer Gemeindepräsident eben mit. «Er hat jetzt nicht mehr so viel Zeit», sagt Dubno. «Christian macht seine Projekte in der Freizeit. An diesem Abend kann er ein paar Lieder singen – wir füllen dann das Programm auf mit Anekdoten.» «Schreiben Sie das auf, genau so», sagt Jenny. Als Gemeindepräsident hat er quasi ­Weisungsbefugnis.

Ein Künstler ist er geblieben. Die Zeit eines Programms misst Jenny immer noch in Winterreisen: Alles, was länger als eine «Winterreise» von Schubert dauert, sei zu lang, sagt Jenny. Eine Stunde fünfzehn ohne Pause ist ideal. Mit Zugaben.

Der neue Liederabend ist kein Update des letzten. Jenny lässt sich nicht aktualisieren. Er bleibt bei den alten Lieben. «Zeitgenössische Lieder wird er in vierzig Jahren singen», sagt Dubno. Für das begleitende Staatsorchester, das sich aus ­Musikern der Ex-DRS-Big-Band zusammensetzt, ist es ein Steigerungslauf: Sie ­haben schon für Sinatra, Pepe Lienhard, Udo Jürgens gespielt. Gibt es sonst noch etwas zum Programm zu sagen? «Wir freuen uns», sagt Jenny. Und schickt den neuen amtlichen ­­St. Moritzer Abschiedsgruss hinterher: stets höflich.

Do 7.11. bis Sa 9.11. — 20 Uhr Millers Seefeldstr. 225 Weitere Vorstellung So 17 Uhr Bis 29.12. Eintritt 70 / 60 Frankenwww.millers.ch

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