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Dialog mit den Geistern

In Max Merkers neustem Stück «Geister» gehts um Gespenster und die eigene Bedeutungslosigkeit.

Geist oder Mensch oder beides? Das ist hier die Frage.
Geist oder Mensch oder beides? Das ist hier die Frage.

Ein hübsches kleines Holzhaus irgendwo im Wald. Fenster, Tür, Veranda, alles da. Es könnte hier eine gute Zeit beginnen, wenn da nicht ausser dem einen Mieter auf Zeit noch mehr Gestalten wären, die ihre Ansprüche auf die Hütte anmelden würden. Was klingt wie ein Ferien-Horrorszenario, ist auf der Bühne die Ausgangssituation für eine Erzählung rund um Geister. Im übertragenen Sinne, versteht sich.

Es geht vielmehr um die Frage: Wie sichtbar sind wir, wollen wir, können wir, müssen wir heute sein? «Geister» ist die neuste Arbeit des Theatermachers Martin Bieri und des freien Schauspielers und Regisseurs Max Merker. Mit dem Stück «Before I Speak, I Have Something to Say» wurde er 2017 zum hiesigen Theatertreffen eingeladen. Es war eine intelligente Hommage an Groucho Marx und an den Humor.

«Tragik kann ich auch im wahren Leben vor allem über den Humor fassen»

Max Merker

Und weil Regisseur Merker von sich sagt: «Tragik kann ich auch im wahren Leben vor allem über den Humor fassen», kommt nun auch seine Geisterstunde nicht ohne aus. Es geht im Stück darum, auf spielerische Weise und mithilfe von Emma Murray, Viviane Pavillon und Matthias Schoch «einen Abend lang in den Abgrund der eigenen Bedeutungslosigkeit zu gucken», sagt der Deutsche.

Auch er komme sich manchmal vor wie ein Geist, der verstanden werden möchte und zugleich Codes nicht richtig lesen kann. Und dann sei da ganz allgemein der Künstlerberuf und die Frage, ob Kunst nicht immer auch Gespensterspuk ist, den keiner versteht. Das alles waren ausschlaggebende Überlegungen für diesen Abend über die Wichtigkeit jedes Einzelnen, die Möglichkeit, verstanden zu werden und diejenigen zu verstehen, die dieser Tage so schlecht zu verstehen sind.

Ab Mi 13.3.— 20 Uhr Fabriktheater Rote Fabrik, Seestr. 395 Eintritt 30 / 20 Franken Bis 23.3.www.rotefabrik.ch

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