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Die, die übrig blieben

«Beute Frauen Krieg»: Die Regisseurin Karin Henkel schaut mit zwei Stücken nach Euripides auf Frauen als Kriegsopfer.

Lena Schwarz als Hekabe, die im Krieg Kinder und Mann verlor.
Lena Schwarz als Hekabe, die im Krieg Kinder und Mann verlor.

Schändung und Vergewaltigung sind auch heute gängige Mittel der Kriegsführung. Da hat sich seit dem Trojanischen Krieg nicht so viel getan. Schon im Stück «Die Troerinnen» gab Euripides den überlebenden und gepeinigten Frauen eine Stimme. Er lässt sie Stellung nehmen zu dem, was war und was ihnen nun als Überlebende des Feindes noch bevorsteht. Der Dramatiker übte damit schon um 400 v. Chr. offen Kritik am Krieg.

Die Regisseurin Karin Henkel versucht nun die Geschichten von Hekabe, Kassandra, Helena, Andromache und ihren Leidensgenossinnen mit dem Drama «Iphigenie in Aulis» zusammenzubringen, das ein Frauenschicksal noch vor dem Beginn des Krieges beleuchtet: Agamemnon will seine Tochter Iphigenie opfern, damit er in den Krieg ziehen kann. Im dreiteiligen Bühnenbild von Muriel Gerstner, das erst nach und nach alle Schauspieler mit dem Publikum zusammenbringt, entsteht so ein zeitloser Zyklus, in dem nach dem Krieg immer auch vor dem Krieg ist.

Trotz des ernsten, hochaktuellen Themas gehe es aber auch um die antiken Mythen und die Perspektiven der Figuren, sagt Dramaturgin Anna Heesen. Denn längst nicht jede Frau sieht sich im Stück als Opfer. So handelt der Abend nicht nur vom Krieg, sondern eben auch von starken Frauen.

Fr/Sa/Mo, 19 Uhr, Schiffbauhalle Schiffbaustr. 4 www.schauspielhaus.ch Eintritt 25–80 Franken Bis 10.1.2018 Die Vorstellung am Freitag ist eine Vorpremiere

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