Diese Fünf singen für alle

«Wir sind die geilsten Sieche im Showbusiness», sagt die A-cappella-Truppe Bliss. Ihre gutschweizerische Art kommt an.

Zurück in die Weisch-no-Vergangenheit: Bliss erzählen auch von Ferien im Süden.

Zurück in die Weisch-no-Vergangenheit: Bliss erzählen auch von Ferien im Süden.

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«Hello, My Baby, Hello, My Honey», singen Bliss am Anfang ihres Abends. Die A-cappella-Gruppe ist nun zwanzig geworden, «Volljährig» heisst das neue Programm. Zwar wird man in der Schweiz mit 18 mündig, ab diesem Alter dürfen wir abstimmen, Auto fahren, heiraten. Bei Bliss geht alles ein bisschen länger.

Denn die fünf Männer wollen ewig Buben bleiben. Mit Skateboard, Töfflihelm, Gameboy, Gettoblaster präsentieren sie sich auf dem Plakat. Willkommen zu dieser Tour in die Weisch-no-Vergangenheit – zurück in eine Zeit, in der man die Hitparade noch mit dem Kassettenrecorder aufnahm.

Neues Programm für 2019: Bliss ist mit «Volljährig» auf Tour. Video: YouTube/BLISS Music and Comedy

Bliss machen sich immer kleiner, als sie sind. Auch wenn sie das Tagebuch ihrer Bandgeschichte aufschlagen. Die ersten Auftritte hatte die Gruppe aus dem St. Galler Rheintal in Kirchen und Beizen. Mit «Yesterday» sang sie sich in die Zukunft. 2005 dann das erste Programm, der Titel war doof: «Herr Dämlich», doch der Mix aus Gesang und Comedy gefiel.

Es folgten die Produktionen «SuperStern», «Euromission», «Premiere» oder «Mannschaft», eine Weihnachtsshow kam dazu. Bliss hatten bald Erfolg und zogen auf Tournee immer grössere Kreise, sie traten auch in Deutschland auf. «Tell’s Angels» nannten sie für den Export ein Best-of-Programm. Von «Ricola verwöhnten Stimmbändern» schrieb die «Allgemeine Zeitung Coesfeld».

Taminomol, mit hits kommt man weit

Das Feuilleton der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» hat noch nichts über Bliss geschrieben, sie bewegen sich (wie auch hier) unter dem Radar der Kritik. Okay, die deutsche A-cappella-Gruppe U-Bahn-Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern tönt vielleicht ein bisschen schärfer als Bliss, was eine Glückseligkeit ist. Aber Taminomol, auch mit Coverversionen von Hitparadensongs kommt man weit, zum Beispiel ins Bernhard-Theater, wo Bliss jetzt drei Wochen spielen. Das muss man ihnen erst einmal nachmachen. Ausserdem ist «Volljährig» schon für den Swiss Comedy Award nominiert.

Natürlich ist Bliss grösser, als Bliss scheint. Um das zu sehen, soll man bitte ins Theater Rigi-blick gehen: «Tribute to Queen» wird dort gegeben, und Bliss machen eine gute Figur, auch zusammen mit einer Band (Wiederaufnahme Ende Oktober). Wir haben sie dort letztes Jahr auf einer Probe gesehen.

«I'm Not The Only One» von Sam Smith: Bliss covert auch grosse Stars. Video: YouTube/BLISS Music and Comedy

Die Stimmbänder waren nach einer Deutschlandtournee recht lädiert, doch die fünf Männer gaben alles. Und so machen sie es auch in ihren eigenen Programmen: in D-Planegg, D-Nagold, D-Alfeld. Und in CH-Hochdorf, CH-Aarau, CH-Reinach. Überall kommt diese Musik gut an.

Denn die Chemie stimmt, auch innerhalb der Gruppe. Seit den Anfängen dabei sind Claudio Tolfo und Matthias Arn. Die Neuzuzüger Lukas Hobi, Tom Baumann und Viktor Szlovák haben sich schon längst harmonisch integriert. Sie sagen von sich: «Wir sind die geilsten Sieche im Showbusiness.» Und sind: gutschweizerisch im besten Sinn. Sie sind die Stimmen eines Landes. Manta reimt sich da auf Fanta.

So nehmen sie das Publikum auf eine Reise mit durch das bekannte Gebiet, sie führt durch eine Kindheit in der Schweiz, inklusive Sommerferien im Süden. Und wenn einer da den Celentano macht, sind alle hin und weg. Zum Schluss des Abends sagen Bliss «gute Nacht». Und das Bye-bye tönt wie: bis zum nächsten Mal.

BernHard-Theater
Sechseläutenplatz 1
Do 12.9. (Premiere)
Bis 29.9.
Eintritt ab 39 Franken
www.bernhard-theater.ch

Erstellt: 11.09.2019, 16:46 Uhr

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