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«Es ist ein Angriff auf den ranzigen Mann»

In seinem neuen Buch erzählt Feridun Zaimoglu die Weltgeschichte aus Frauensicht – was die Männer irritiert.

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu liest im Kaufleuten aus seinem neuen Buch.
Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu liest im Kaufleuten aus seinem neuen Buch.

In Ihrem neuen Buch «Die Geschichte der Frau» erzählen Sie die Weltgeschichte aus der Sicht der Frauen. Wie kamen Sie als Mann auf diese Idee?

In den letzten 25 Jahren habe ich zur Recherche sehr viele alte Schriften gelesen und gemerkt, dass es sich immer um eine männliche Geschichtsschreibung handelt. Und wenn die Frau vorkommt, dann immer stereotypisiert. So wuchsen in mir das Be­dürfnis und der Wille, eine Gegenfiktion zu schreiben.

Wie haben Sie sich in die Frauenperspektive versetzt?

Ich habe sehr viel recherchiert und die Quellen studiert und auf meine Vorstellungskraft vertraut. Zudem schreibe ich nicht zum ersten Mal aus der Frauen­perspektive. Mich langweilt meine eigene Identität, und meine männliche Existenz interessiert mich auch nicht.

Welche Reaktionen haben Sie bisher auf das Buch erhalten?

Komischerweise scheinen vor allem die Männer irritiert.

Männer verstehen das Buch als herausfordernd.

Feridun Zaimoglu

Also keine kritischen weiblichen Stimmen, die fanden, Sie als Mann können nicht die Geschichte der Frauen erzählen?

Nein – oder es wird nicht an mich ­herangetragen.

Was glauben Sie, weshalb Ihr männliches Publikum irritiert ist?

«Die Geschichte der Frau» ist ja ein feministisches Buch, und es scheint, dass die Männer es als herausfordernd verstehen.

Verstehen es die Männer als Angriff?

Ja, es wird als Vergeltungsschlag verstanden. Aber dieses Buch ist ein Angriff auf den ranzigen Mann. Es wimmelt ja von ­Heldengeschichten und Männern in ihrer Herrlichkeit, ich kann es nicht mehr lesen.

Di 21.5. — 20 Uhr Kaufleuten Pelikanplatz Eintritt 25 / 15 Frankenwww.kaufleuten.ch

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