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Frauen vor

Dieses Jahr treten am Literaturfestival «Zürich liest» auffallend viele Autorinnen auf. Das ist keine Selbstverständlichkeit, aber sehr erfreulich.

Philosophierten nächtelang: Vanessa Sonder (l.) und Patrizia Hausheer.
Philosophierten nächtelang: Vanessa Sonder (l.) und Patrizia Hausheer.
Cyril Müller

Schriftstellerinnen sind auch 2018 im Literaturbetrieb noch immer untervertreten; ihre Bücher werden seltener für Buchpreise nominiert oder übersetzt. Umso erfreulicher deshalb, dass am Literaturfestival «Zürich liest» zahlreiche Frauen aus dem In- und Ausland unter dem Schwerpunkt «Bruchstellen und Umbrüche» lesen und diskutieren. Eine Auswahl.

Vanessa Sonder / Patrizia Hausheer

Zwei befreundete Philosophinnen treffen sich in einer Bar – das ist nicht der Anfang eines schlechten Witzes, sondern die Ausgangslage für das neue Buch von Vanessa Sonder und Patrizia Hausheer mit dem Titel «Was soll das alles? Bargespräche zweier Philosophinnen». Während zahlreicher Nächte und über vielen Gläsern Wein philosophierten die beiden angetrunken (aber nicht betrunken, wie sie betonen) über die grossen Fragen des Lebens wie Tod, gesellschaftlichen Druck oder die Liebe. Jetzt taufen die beiden Frauen ihr Buch – natürlich in einer Bar.

Hermans Wohnzimmer, Herman-Greulich-Str. 56 Sa 27.10. 20 Uhr

Anna Stern

Als Anna Stern schreibt sie Bücher, als Anna Bischofberger forscht sie an der ETH: Die junge Ostschweizerin mag sich nicht festlegen. Muss sie auch nicht, ihr Konzept scheint aufzugehen: Diesen Sommer wurde sie zum renommierten Wettlesen des Bachmannpreises eingeladen. In Winterthur liest Stern aus ihrem Erzählband «Beim Auftauchen der Himmel».

Coalmine, Winterthur, Turnerstr. 1 Fr 26.10. 19.30 Uhr

Dana Grigorcea

Eine Frau wird aufgrund ihres Hundes von einem Mann angesprochen, es scheint Liebe auf den ersten Blick: Auf diesem scheinbar banalen Plot baut die Novelle «Die Frau mit dem maghrebinischen Hündchen» auf. Doch die schweizerisch-rumänische Autorin, die 2015 auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises stand, geht aber tiefer, stellt symbolische Fragen nach Liebe, Lügen und Anerkennung.

Kronenhalle Bar, Rämistr. 4 Do 25.10. 15 Uhr

Katharina Adler

Der «Fall Dora» ist nicht nur einer der ersten von Psychoanalyse-Übervater Freud, sondern auch einer der berühmtesten in der Geschichte des Fachs. Dora hiess eigentlich Ida Bauer und war die Urgrossmutter von Katharina Adler, die ihren Debütroman «Ida» ihrer bekannten Vorfahrin widmet. Ida, damals ein 18-jähriges jüdisches Mädchen, wagte es, die Kur gegen ihre Hysterie abzubrechen; für Freud wurde sie deshalb zum Praxisbeispiel seiner Traumdeutung. Bis heute wird Ida mal als Opfer, mal als Heldin stilisiert. Adler versucht dieses festgefahrene Bild in ihrem Roman zu revidieren und die ganze Lebensgeschichte und die gesellschaftlichen Umstände zu erzählen.

Literaturhaus, Limmatquai 62 Sa 27.10. 18 Uhr

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Mi 24. – So 28.10. Diverse Orte Eröffnung: Di 20 Uhr mit Bibi Vaplan und Julia Weber Detailliertes Programm und Tickets siehe www.zuerich-liest.ch

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