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Freundin aus dem Labor

Erstmals kommt mit «Humanoid» eine Sci-Fi-Oper Humanoid in der Schweiz auf die Bühne.

Maschinenähnliche Menschen, menschenähnliche Maschinen.
Maschinenähnliche Menschen, menschenähnliche Maschinen.
Toni Suter/T+T Fotografie

Scheu oder aufgeschlossen, sanftmütig oder bestimmend – sich den Traumpartner labormässig zusammenzustellen, klingt utopisch. Noch. Denn mit der Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz ist die Gesellschaft – zumindest technisch gesehen – davon nicht mehr weit entfernt. Wie eine solche Welt aussehen könnte, zeigte bereits 2013 der Film «Her». Eine ähnliche Vision von der Liebe zwischen Mensch und Android wird nun auch als Oper inszeniert.

«Humanoid» heisst die Sci-Fi-Oper, die in Winterthur uraufgeführt wird. Jonah baut einen Androiden, nachdem er seine Freundin bei einem Autounfall verloren hat. Das Gedächtnis seiner neuen Partnerin löscht er jeden Abend und hat so die absolute Kontrolle über sie. Doch diese verliert er, als ein Kind dazwischenfunkt.

Ohne Berührungsängste

Pamela Dürr hat das Libretto geschrieben und erzählt, dass sie sich auf einer emotionalen und gesellschaftlichen Ebene des Themas annehmen und nicht eine actiongeladene Schwarzmalerei auf die Bühne bringen wollte. Denn es sei etwas, das uns alle betreffe – auch Jugendliche. Für diese, aber nicht nur, soll «Humanoid» sein. Braucht die Oper neue Formen, damit sie für ein junges Publikum zugänglich ist? «Wir versuchen schon mit dieser Inszenierung Berührungsängste abzubauen», sagt Dürr.

Auch die Musik von Komponist Leonard Evers habe deshalb einen spielerischen Zugang, allerdings hat er bewusst auf die naheliegende Verwendung von elektronischer Musik verzichtet. Modern sind die Kostüme; leuchtende Turnschuhe statt steifer Reifröcke. Und auch das Bühnenbild ist mit langen Planken, die scheinbar ins Nichts führen, modern-minimalistisch. «Humanoid» wirft Fragen zu Grenzen und Beziehungen zwischen Mensch und Maschine auf, die uns in Zukunft, egal wie sie aussieht, alle beschäftigen werden.

Do / Sa / Mi — 19:30 Uhr Theater WnterThur Winterthur, Theaterstr. 6 Eintritt 45 Franken Bis 3.3.www.theater.winterthur.ch

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