«Hier müssen die Leute liefern»

Mike Müller untersucht auf der Bühne die Schweiz und ihre Eigenheiten. So auch in seinem neusten Stück «Heute Gemeindeversammlung».

Mike Müller zeigt sein neustes Stück.

Mike Müller zeigt sein neustes Stück.

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Ihr neuestes Soloprogramm spielt im Mikrokosmos der Gemeindeversammlung. Was interessiert Sie daran?
Meine Eltern haben mich als Bub in den Gemeinderat mitgenommen, so habe ich den politischen Betrieb kennen gelernt. Interessiert hat mich für mein Stück «Heute Gemeindeversammlung» die einfachste Stufe des politischen Lebens, die bei vielen Landsleute Assoziationen weckt.

War die Recherche nicht langweilig?
Im Gegenteil. Die Gespräche mit den Gemeindepräsidenten von Illnau-Effretikon und Kyburg waren sehr spannend. Die Gemeinden standen vor der Fusion. Es geht dabei ja auch immer um die Identitätsfrage und wo man diese politisch festmachen kann.

Weitere Erkenntnisse?
Es gibt in den kommunalen Parlamenten Hunderte Chrampfer, die nicht in den Medien präsent sind. Während die Demagogen auf nationaler Ebene herausstechen, fallen sie auf Gemeindeebene früher oder später raus. Hier müssen die Leute viel konkreter liefern, das fand ich spannend. Natürlich bin ich in erster Linie Unterhaltungskünstler und suche nach Milieus, die meine Fantasie anregen.

Welche Archetypen aus den Parlamenten spielen Sie?
Es gibt den leutseligen Gemeindepräsidenten, der bisweilen über den Gesetzen steht; den Querulanten, den ich übrigens immer wieder angetroffen habe; die besorgte Mutter, die strenge Finanzchefin, einen super integrierten Serben, ein schmierigen Gemeindeschreiber. Ich überzeichne die Figuren natürlich. Es ist ja eine Komödie. Und Komik liegt für mich im Überraschenden und nicht nur in den Klischees. Wie bei meiner «Giacobbo / Müller»-Figur Mergim Muzzafer, die mit einer Schweizer Bauernschläue ausgestattet ist.

Di, Mi 20 Uhr
Casinotheater
Winterthur, Stadthausstr. 119
www.casinotheater.ch
Bis 15.10.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.10.2017, 09:03 Uhr

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